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  • Neuseeland umbenennen: Ureinwohner fordern Namensänderung - auch für Wellington und Christchurch

Māori-Partei fordert Umbennung - Heißt Neuseeland bald Aotearoa?

  • Wenn es nach der Partei der Ureinwohner geht, dann sollte Neuseeland künftig Aotearoa heißen.
  • Mit diesen und anderen Forderungen setzt sich die Māori Party für eine stärkere Berücksichtigung der indigenen Sprache ein.
  • Premierministerin Jacinda Ardern reagiert diplomatisch.
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Wellington. Vor der Parlamentswahl am 17. Oktober ist in Neuseeland eine Diskussion um den Namen des Inselstaates im Pazifik entbrannt. Die Partei der Ureinwohner, die Māori Party, fordert die Umbenennung in Aotearoa. Die Hauptstadt Wellington solle künftig Te Whanganui-a-Tara heißen und Christchurch in Ōtautahi umgetauft werden.

Maorische Sprache zweite Amtssprache in Neuseeland

Überhaupt möchte die Partei die Sprache der indigenen Bevölkerung stärker im vom Englischen geprägten öffentlichen Leben durchsetzen. "Es ist inakzeptabel, dass nur drei Prozent der Menschen im Land die offizielle Sprache sprechen", sagte der Kandidat der Partei, Rawiri Waititi, am Montag. Die maorische Sprache (Te Reo Māori) ist neben Englisch die zweite Amtssprache.

In Anlehnung an die niederländische Provinz Zeeland hatten niederländische Entdecker das Land im 17. Jahrhundert Nieuw-Zeeland getauft. Bei den Maori heißt es Aotearoa, "Land der langen weißen Wolke". Schon seit Jahren gibt es Bestrebungen, den Inselstaat im Südpazifik umzubenennen.

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Aotearoa statt Neuseeland: Ardern lässt Namensänderung offen

Vize-Premierminister Winston Peters kritisierte solche Pläne. "Das ist schlicht eine Jagd nach Schlagzeilen ohne Rücksicht auf die Kosten für dieses Land", schrieb der Politiker auf Twitter. Eine Umbenennung würde "in einer Zeit, in der Exporte für unser wirtschaftliches Überleben entscheidend sind", Handelspartner verwirren.

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Neuseelands Regierungschefin rechnet mit Anstieg von Corona-Infektionen
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Am Dienstag waren bei einer Familie in Auckland vier Infektionen festgestellt worden. Es waren die ersten Corona-Fälle in Neuseeland seit mehr als drei Monaten.  © Reuters

Premierministerin Jacinda Ardern, die bei der Wahl eine zweite Amtszeit anstrebt, ließ zunächst offen, ob sie eine offizielle Namensänderung unterstützen würde. "Ich höre immer öfter die Verwendung des Namens Aotearoa, der mit Neuseeland austauschbar ist, und das ist eine positive Sache", sagte sie lediglich. "Ob wir es gesetzlich ändern oder nicht, ändert meiner Meinung nach nichts an der Tatsache, dass Neuseeland zunehmend Aotearoa genannt wird."

RND/dpa

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