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Neues Textilsiegel Grüner Knopf: Was Verbraucher wissen müssen

  • Ab Dienstag sind sie im Handel – online und vor Ort in den Geschäften: Textilien mit dem Grünen Knopf.
  • Das neue Siegel soll nach dem Willen von Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) den Verbrauchern auf den ersten Blick zeigen, welche Kleidung sozial und ökologisch hergestellt wurde.
  • Kann das funktionieren? RND gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Siegel.
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Was ist der Grüne Knopf?

Berlin. Er ist das erste staatliche Siegel für Textilien. Rechtlich gesehen handelt es sich um eine sogenannte Gewährleistungsmarke, die beim Deutschen Patentamt eingetragen wurde. Bei einer derartigen Marke übernimmt der Inhaber – in diesem Fall das Entwicklungsministerium – die Gewähr für bestimmte Eigenschaften der Waren. Beim Grünen Knopf geht es um die Einhaltung von ökologischen und sozialen Standards bei der Produktion. Das Siegel können alle Textilien erhalten: von Kleidung über Taschen, Gardinen und Bettwäsche bis zu Stoffwindeln oder Rucksäcken.

Welche Kriterien müssen erfüllt werden?

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Damit ein Produkt den Grünen Knopf erhält, muss zunächst der Hersteller anhand von 20 Kriterien nachweisen, dass er seine sogenannten Sorgfaltspflichten erfüllt. Dabei geht es zum Beispiel darum, ob das Unternehmen als Ganzes transparent agiert, seine Vorlieferanten kontrolliert, Beschwerden der Näherinnen aufnimmt und Missstände abstellt. Das Produkt selbst muss 26 soziale und ökologische Anforderungen erfüllen. Es dürfen zum Beispiel weder gefährliche Chemikalien noch Weichmacher zum Einsatz kommen, das Abwasser muss bestimmte Grenzwerte einhalten. Die sozialen Kriterien fordern unter anderem das Verbot von Kinder- sowie Zwangsarbeit.

Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, trägt während seiner Pressekonferenz einen Anstecker mit dem Symbol des staatlichen Textilsiegels Grüner Knopf am Revers. © Quelle: Britta Pedersen/dpa

Wer kontrolliert die Einhaltung der Kriterien?

Die Überwachung übernehmen unabhängige Prüforganisationen wie der TÜV. Als „Prüfer der Prüfer“ agiert die staatliche Deutsche Akkreditierungsstelle. Die Unternehmen können als Nachweis allerdings auch bereits verwendete Siegel vorlegen. Akzeptiert werden anspruchsvolle Textilsiegel, etwa GOTS (Global Organic Textile Standard) oder Fairwear Foundation. Deshalb wird der Grüne Knopf auch als Metasiegel bezeichnet.

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Welche Unternehmen machen mit?

Bisher sind 27 Unternehmen geprüft. Dabei sind zum Beispiel die großen Einzelhandelsketten Aldi, Lidl, Rewe und Tchibo sowie diverse Hersteller wie Hessnatur, Trigema oder Vaude.

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Was taugt das Siegel?

Nach den Vorstellungen von Entwicklungsminister Müller soll der Grüne Knopf mehr Klarheit für die Verbraucher im bisherigen Siegeldschungel bringen. Es gibt allerdings eine Reihe von problematischen Punkten: In der Einführungsphase werden die Kriterien nur bei zwei Produktionsschritten angewendet, beim Färben und Bleichen sowie beim Zuschneiden und Nähen. Die Arbeitsbedingungen und der Einsatz von Pestiziden auf den Baumwollfeldern bleiben also zunächst unberücksichtigt. Das GOTS-Siegel ist hier weitergehender. Bei den Arbeitsrechten sind alle Referenzsiegel relativ schwach. Das wird durch den Grünen Knopf nicht viel besser: Gefordert wird nur, dass Mindestlöhne gezahlt werden. Doch diese reichen fast nie zum Leben.

Was bringt das neue Siegel den Verbrauchern?

Der Grüne Knopf schafft auf alle Fälle mehr Orientierung im gegenwärtigen Dschungel aus unzähligen NGO- und Unternehmenssiegeln, deren Kriterien kaum jemand kennt. Trägt ein Kleidungsstück zu Recht den Grünen Knopf, kann sich der Käufer darauf verlassen, dass zumindest grundlegende ökologische und soziale Standards eingehalten werden. Anspruchsvolle Verbraucher, die vor allem Wert auf den Umweltschutz legen, sollten aber auf weitere Siegel an den Textilien achten. Klar ist: Der Grüne Knopf steht und fällt mit der Einhaltung der zugesagten Öko- und Sozialstandards. Es wird also ganz entschieden darauf ankommen, ob die Kontrolle richtig funktioniert. Das werden erst die nächsten Monate zeigen. Die Verbraucher sollten dem Siegel aber eine Chance geben.

Lesen Sie auch ein Interview mit Entwicklungsminister Müller: „Nicht nur die Verteidigungspolitik hat zusätzliche Aufgaben zu erfüllen“

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