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  • Neues Flüchtlingslager auf Lesbos: Kapazitäten noch nicht ausgereizt - insgesamt für 10.000 Menschen ausgelegt

Ministerium: Neues Flüchtlingslager auf Lesbos nicht restlos überfüllt

  • Nach dem Brand im restlos überfüllten Flüchtlingslager Moria auf Lesbos hatten die Behörden ein Ersatzlager eingerichtet.
  • Nun teilt eine Ministeriumssprecherin mit, dass die Aufnahmekapazität dort noch nicht überschritten sei.
  • Die griechische Regierung betonte zuletzt mehrfach das Ziel, Migranten, die Asyl bekommen, möglichst schnell aufs Festland zu bringen.
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Athen/Lesbos. Gut einen Monat nach der vollständigen Zerstörung des Registrierlagers von Moria auf der griechischen Insel Lesbos müssen die Menschen nicht mehr in einem überfüllten Camp leben.

Im neuen Zeltlager bei Kara Tepe an der Küste von Lesbos mit einer Kapazität für 10.000 Menschen leben zurzeit knapp 7800 Migranten. Dies teilte am Donnerstag eine Sprecherin des Migrationsministeriums mit. Zeitweise harrten in den Jahren 2018 und 2019 in und um das nun zerstörte Lager von Moria mit einer Kapazität für 2757 Menschen bis zu 20.000 Migranten aus.

In den vergangenen Tagen durften knapp 2000 anerkannte Flüchtlinge, die Asyl in Griechenland bekommen haben, die Inseln Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos verlassen. Schwierig bleibt die Lage noch in den Registrierlagern der Inseln Chios und Samos.

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RND-Reporterin auf Lesbos: Angst vor dem zweiten Moria
2:03 min
Nach dem Brand von Moria wollen die Geflüchteten auf Lesbos nicht in das derzeit errichtete Behelfslager einziehen.  © RND

Im Lager Vial von Chios mit einer Kapazität für 1000 Menschen harren zurzeit knapp 3300 Migranten aus. Auf Samos ist die Lage noch schlimmer. In Vathy leben knapp 4400 Menschen in und um ein Lager, das regulär 650 Menschen aufnehmen kann.

Der griechische Migrationsminister Notis Mitarakis hatte bereits in den vergangenen Tagen wiederholt erklärt, Plan der Regierung sei, alle Migranten, die Asyl bekommen, so schnell wie möglich zum Festland zu bringen. Die griechische Regierung hat das Asylverfahren beschleunigt und zusätzliches Personal eingestellt.

Zudem werden die Seegrenzen zur Türkei scharf überwacht. Humanitäre Organisationen werfen Athen vor, illegale Zurückweisungen in die Türkei (Pushbacks) zu erlauben. Dies bestreitet Athen.

RND/dpa

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