Neues aus den großen Corona-Laboren der Welt

  • In den USA und in Großbritannien zeigen sich die großen Pandemietrends oft etwas früher als bei uns.
  • Ein Blick dorthin zeigt, wie es in Deutschland weitergehen könnte.
  • Aktuell sind die Aussichten gemischt.
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

es gibt Länder, die scheinen uns in den Wellen der Pandemie immer mindestens eine halbe Periode voraus zu sein – im Guten wie im Schlechten. Heute werfen wir einen genaueren Blick in zwei dieser großen Corona-Labore der Welt: in die USA und nach Großbritannien.

Beide Länder gehörten zur den Frühstartern beim Impfen, beide Länder bekamen dann auch früh zu spüren, dass sich nennenswerte Teile der Bevölkerung auf Dauer gegen die Immunisierung entscheiden. Und in beiden Ländern sind die Infektionszahlen zwischenzeitlich wieder deutlich gestiegen.

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In den USA hatte Präsident Joe Biden das „dunkle Jahr der Pandemie und Isolation“ schon für beendet erklärt – jetzt muss er sich und dem Land eingestehen, dass es keinen geraden Weg aus der Krise gibt. Sein Vorvorgänger Barack Obama musste gerade die Gästeliste seiner Geburtstagsfeier drastisch zusammen­streichen – das Risiko ist mittlerweile wieder zu groß.

Unser Korrespondent Karl Doemens schreibt von einem Zweifrontenkrieg, mit dem es die Vereinigten Staaten gerade zu tun haben: steigende Zahlen der Infektionen mit der ansteckenden Delta-Variante und eine sinkende Bereitschaft, sich impfen zu lassen.

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USA wollen Impfung zur Voraussetzung für Einreise machen
1:06 min
Die US-Regierung will Medienberichten zufolge künftig von fast allen einreisenden Ausländerinnen und Ausländern den Nachweis einer vollständigen Corona-Impfung verlangen.  © dpa

In Großbritannien sieht es ähnlich aus – und doch etwas anders: Denn dort sinkt die Zahl der Neuinfektionen gerade, die Rede ist gar von einem „Wunder“. Korrespondent Peter Nonnenmacher nennt dafür eine ganze Reihe von möglichen Gründen: eine gewisse Zurückhaltung und Vernunft nach dem Freedom Day, die massenhafte Quarantäne („Pingdemie“) für potenziell Infizierte und weniger Tests gehören dazu.

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Noch sei „die Schlacht nicht gewonnen“, hat selbst Premierminister Boris Johnson gesagt. Im September könnten die Zahlen wieder steigen – wenn die Leute aus dem Urlaub zurückkommen.

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Wenn also selbst die Länder noch mit dem Virus zu tun haben, die uns immer einen Schritt voraus sind – was bedeutet das für uns? Vor allem, dass auch wir uns noch auf längere Zeit mit dem Unnormalen abfinden müssen.

Das beschreibt Anna Schughart anschaulich in der aktuellen Ausgabe unseres Corona-Newsletters „Die Pandemie und wir“. Einerseits geht es um die langsame Rückkehr in eine neue Normalität. Und ganz konkret ist noch nicht absehbar, wie viele Patientinnen und Patienten dauerhaft Long-Covid-Symptome haben werden. Die Antwort auf diese Frage wird vieles bestimmen, denn sie entscheidet, wie hoch die Zahl der Infektionen in Zukunft sein darf, ohne dass die gesellschaftlichen Kosten zu hoch sein werden.

Klingt, als würden wir die gleichen Diskussionen wie vor einem Jahr führen. Kristina Dunz weist in ihrem Kommentar allerdings auf einen entscheidenden Unterschied hin: „Wir haben einen Impfstoff. Und deshalb kann jetzt Schluss sein mit den ewigen Debatten, ob der Staat nun Druck auf Impfverweigerer machen darf oder nicht. Ja, er darf. Und er muss.“

Andere Länder denken schon deutlich intensiver über solchen Druck nach: Die USA planen, womöglich wieder Reisende aus Europa ins Land zu lassen – zunächst könnte das aber nur für Geimpfte gelten. Auch bei diesem Thema werden also Blicke in die großen und kleinen Labore dieser Welt nötig sein – mal bang, mal hoffnungsfroh.

Zitat des Tages

Beide Parteien bedauern zutiefst, dass es letztendlich nicht möglich sein wird, die Wünsche sowohl des Spielers als auch des Vereins zu erfüllen.

FC Barcelona
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Was vor rund 21 Jahren mit einer Unterschrift angeblich auf einer Serviette begann und unter anderem zu 35 gemeinsamen Titeln führte, endet mit einer achtzeiligen Presse­erklärung. Lionel Messi wird seinen Vertrag beim FC Barcelona nicht verlängern.

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Was macht Schweiger? Demnächst endet die lange Sommerpause des „Tatort“: Zuschauerinnen und Zuschauer erwarten endlich neue Fälle. In die neue Saison starten dürfen die Frankfurter Ermittler Janneke und Brix, auf einen neuen Til-Schweiger-Fall hingegen warten Fans vergebens. Wir blicken auf die anstehenden Krimis.

Nach den Bränden kommt die Flut? Seit Tagen wüten in Griechenland und der Türkei verheerende Waldbrände. Ortschaften werden evakuiert, Tausende Menschen fliehen vor den Flammen. Nach der Hitzewelle drohen nun Wolkenbrüche und Überflutungen in den Brandgebieten.

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Monika Sauer aus Rostock wird gleich zweimal für tot erklärt. Plötzlich hat die Rentnerin dadurch keine Versicherung und keinen Zugriff auf ihr Geld mehr. Dabei ist die 73-Jährige quicklebendig, wie die „Ostsee-Zeitung“ berichtet.

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Termine des Tages

Heute vor 76 Jahren wurde eine Atombombe über der Stadt Hiroshima abgeworfen. In Japan, aber auch in der Patenstadt Hannover, wird der Opfer gedacht.

Nach der Ankündigung eines erneuten Übernahme­angebots für den Konkurrenten Deutsche Wohnen legt Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia um 7 Uhr Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres vor.

Die Berliner Clubs tasten sich nach langer Pause langsam in ihr international bekanntes Nachtleben zurück. Am Freitag (22 Uhr) startet dafür ein dreitägiges Pilotprojekt. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie vor 18 Monaten darf drinnen wieder getanzt werden – ohne Maske und Abstand.

Der Tag in Tokio

12.30 Uhr: Im Tischtennis-Mannschaftsfinale kämpft das deutsche Team um Gold.

13 Uhr: 4×100-Meter-Staffel der Frauen

14.35 Uhr: Speerwurf – Finale der Frauen

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Gold, Silber, Bronze: der deutsche Medaillen­check zu Olympia am Freitag
0:52 min
Wie steht es um die deutschen Medaillen­chancen beim Olympia­wettkampf? Jens Kürbis gibt einen Überblick für Freitag.  © RND

+++ Alle Infos zu den Olympischen Spielen finden Sie in unserem Liveblog. +++

Was heute wichtig wird

Mit zwei Partien beginnt heute Abend die neue Saison im DFB-Pokal. Um 20.45 Uhr treffen 1860 München auf den SV Darmstadt und Dynamo Dresden auf den SC Paderborn. © Quelle: Matthias Balk/dpa

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Ihr Christian Palm

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