Waffenruhe zwischen Armenien und Aserbaidschan schon hinfällig

  • Zweimal schon scheiterten Versuche für eine Waffenruhe im umkämpften Berg-Karabach.
  • Nun wollten es Armenien und Aserbaidschan erneut probieren.
  • Doch auch im dritten Anlauf ist die Waffenruhe sofort hinfällig.
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Eriwan. Nur wenige Stunden nach Ausrufung einer Waffenruhe in der Kaukasus-Region Berg-Karabach haben sich Armenien und Aserbaidschan am Montag gegenseitig den Bruch der Feuerpause vorgeworfen.

Die beiden Konfliktparteien hatten am Sonntag einen weiteren Anlauf für eine Waffenruhe in der Kaukasus-Region Berg-Karabach angekündigt. Die Waffen sollten ab Montag 8.00 Uhr (Ortszeit) schweigen, teilten beide Staaten am Sonntag in einer gemeinsamen Erklärung mit den USA mit.

Die Konfliktparteien würden sich an eine humanitäre Waffenruhe halten, die bereits im Laufe des Oktobers vereinbart worden sei, hieß es weiter. Zwei zuvor von Russland vermittelte Waffenstillstände hatten ebenfalls nicht lange gehalten.

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Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, steht aber unter der Kontrolle ethnisch armenischer Truppen, die von Armenien unterstützt werden. Armenische Kräfte haben in den 1990er Jahren nicht nur Berg-Karabach selbst unter ihre Kontrolle gebracht, sondern auch erhebliche andere Gebiete Aserbaidschans.

Kämpfe toben schon seit einem Monat

Die jüngsten Kämpfe zwischen beiden Seiten begannen am 27. September. Nach Angaben aus Berg-Karabach wurden seither 974 Soldaten aus der Region und 37 Zivilisten getötet. Aserbaidschan machte keine Angaben zur Zahl getöteter Soldaten, berichtete aber von 65 getöteten und etwa 300 verletzten Zivilpersonen. Nach russischen Informationen lag die Zahl der Toten deutlich höher. Präsident Wladimir Putin hatte am Donnerstag von beinahe 5000 Toten gesprochen.

US-Außenminister Mike Pompeo twitterte am Sonntagabend, der armenische Außenminister Sohrab Mnatsakanjan und der aserbaidschanische Außenminister Jeyhun Bayramov hätten „sich verpflichtet, eine Waffenruhe umzusetzen und einzuhalten“.

An den Verhandlungen hätten auch Vertreter Russlands und Frankreichs teilgenommen. Die drei Länder bilden den Vorsitz der Minsk-Gruppe der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

Die Minsk-Gruppe teilte mit, sie treffe die Außenminister der Kriegsparteien am Donnerstag in Genf und wolle die notwendigen Schritte besprechen und mit deren Umsetzung beginnen, um „eine friedliche Beilegung des Konflikts in Berg-Karabach zu erreichen“.

RND/AP

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