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Von Steffen Seibert zu Steffen Hebestreit: der neue Regierungssprecher

Bei der Amtsübergabe im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: der neue Regierungssprecher Steffen Hebestreit (links) mit Kanzler Olaf Scholz und Angela Merkels Sprecher Steffen Seibert (rechts).

Bei der Amtsübergabe im Presse- und Informationsamt der Bundesregierung: der neue Regierungssprecher Steffen Hebestreit (links) mit Kanzler Olaf Scholz und Angela Merkels Sprecher Steffen Seibert (rechts).

Berlin. „Eine bemerkenswerte Eigenart der deutschen Sozialdemokratie ist ihre Fähigkeit, sich an sich selbst zu ergötzen.“ Der Turboparteitag von Berlin habe gezeigt, wie gern die Partei August Bebels und Willy Brandts bereit sei, sich gut zu finden. Den Delegierten sei das Gefühl eingeimpft worden: „Ich bin okay, du bist okay, wir sind okay.“

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Diese Worte stammen von Steffen Hebestreit. Er ist der neue Regierungssprecher und damit Nachfolger des früheren ZDF-Journalisten Steffen Seibert, der diese Rolle über elf Jahre für Kanzlerin Angela Merkel innehatte. Auch Hebestreit, der nun für den Kanzler Olaf Scholz (SPD) spricht und das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung leiten wird, war einmal Journalist. Aus dieser Zeit stammt der zitierte Kommentar, der im September 2010 in der „Frankfurter Rundschau“ veröffentlicht wurde.

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Geschichte eines Seitenwechsels

Hebestreit hat Politikwissenschaft und Amerikanistik studiert. Volontiert hat er bei der „Frankfurter Rundschau“. Dort wurde er im Jahr 2006 Hauptstadt­korrespondent, im Lauf der Jahre schrieb er zusätzlich auch noch für die „Berliner Zeitung“, den „Kölner Stadt-Anzeiger“ und die „Mitteldeutsche Zeitung“. Seine Fachgebiete waren die SPD, die FDP, die Verteidigungs- und die Innenpolitik.

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Im Jahr 2014 entschied er sich für den Seitenwechsel und wurde Sprecher der damaligen SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi. Vorher musste er noch rasch einen Aufnahme­antrag für die SPD unterschreiben. Fahimi hatte im Willy-Brandt-Haus unter dem sprunghaften Vorsitzenden Sigmar Gabriel zu leiden – auch Hebestreits Job dürfte daher begrenzt vergnügungs­steuerpflichtig gewesen sein.

Schon lange nah an Olaf Scholz

Bald wurde Hebestreit Leiter der Hamburger Landes­vertretung in Berlin. Praktisch war er damit die Stimme des damaligen Hamburger Bürgermeisters Olaf Scholz in Berlin. Als dieser im Jahr 2018 Finanzminister in der großen Koalition wurde, übernahm Hebestreit die Aufgabe des Sprechers.

Der bemerkenswert große 49-Jährige hat einen guten Draht zu Scholz. Zudem kennt er die Bundespressekonferenz, in der er für den Kanzler Rede und Antwort stehen wird, so gut wie kaum ein anderer Sprecher. Als Journalist war er selbst einige Zeit Mitglied in ihrem Vorstand.

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Dass Hebestreit in den Jahren als Sprecher die Fähigkeit zur ironischen Betrachtung, auch der eigenen Person, nicht verloren hat, belegt er mit einer Erinnerung daran, wie er sich als Journalist damals bei Seibert als neuem Regierungssprecher vorgestellt habe. „Ich finde übrigens, Sie haben einen sehr schönen Vornamen“, sagte Hebestreit damals.

Er habe nie gedacht, so der neue Regierungs­sprecher bei der Amtsübergabe, dass er „diesen lahmen Witz“ elf Jahre später noch einmal wiederholen würde.

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