Neuer Pflege-TÜV soll für mehr Vertrauen sorgen

  • Verbesserungen für Heimbewohner erhofft sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vom neuen Qualitätsmesssystem in der Pflege.
  • Anstelle von den kritisierten Noten soll es in Zukunft detailliertere Bewertungen geben.
  • Alle Heime sollen bis Ende 2020 intern und extern geprüft werden.
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Berlin. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erhofft sich vom neuen Qualitätsmesssystem in der Pflege Verbesserungen für Heimbewohner. "Künftig geht es nicht mehr darum, wer die Haken in der Akte am besten macht, sondern darum, wie es den Bewohnern wirklich geht", erklärte Spahn zum Start des neuen Systems am Dienstag in Berlin. Das sei ein "Riesenschritt für mehr Vertrauen ins System", ergänzte er. Pflegebedürftige und ihre Angehörige seien auf aussagekräftige Bewertungen angewiesen.

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen sollen nach dem sogenannten Qualitäts- und Prüfsystem künftig einfacher ein geeignetes Heim finden. Die bisherigen Pflegenoten stehen seit Jahren in der Kritik, weil sie zu positiv ausfallen und keine wirkliche Orientierung über die tatsächliche Qualität eines Heimes geben. Anstelle der Noten soll es für die Heime zukünftig Bewertungen geben, die detaillierter als bislang über die Qualität oder bestehende Mängel aufklären sollen.

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Dafür müssen Einrichtungen ab sofort zunächst selbst Angaben zur Qualitätssicherung machen, die im Anschluss von einer Datenauswertungsstelle auf ihre Plausibilität überprüft werden. Hinzukommt eine Qualitätskontrolle des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK).

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Bis Ende 2020 sollen alle Heime intern und extern geprüft werden. Wie der Spitzenverband der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) am Dienstag in Berlin mitteilte, werden bereits ab Anfang 2020 erste Ergebnisse der MDK-Prüfungen veröffentlicht. Mitte des nächsten Jahres sollen dann auch die Ergebnisse der sogenannten Indikatorenprüfungen online gehen. Dabei wird etwa untersucht, wie es um Körperpflege, Ernährung, Wundversorgung und Medikation der Heimbewohner bestellt ist.

Die Ergebnisse werden auf den Seiten der Kranken- und Pflegekassen veröffentlicht und in den Einrichtungen ausgehängt. Sie werden wesentlich detaillierter sein als heute. Das werde auch zulasten der Übersichtlichkeit gehen, räumte die Leiterin der Abteilung Gesundheit beim GKV-Spitzenverband, Monika Kücking, ein. Nach ihren Angaben soll es auf der Internetseite deswegen Suchfunktionen geben, um sich besser durch die Bewertungskriterien navigieren zu können.

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RND/epd