CDU-Vorsitz: Söder warnt vor Bruch mit Merkels Politik

  • Am Samstag wählt die CDU ihren neuen Vorsitzenden und wird dann wohl rasch über einen Kanzlerkandidaten diskutieren.
  • CSU-Chef Markus Söder blickt anlässlich dessen voller Achtung auf das Erbe von Kanzlerin Angela Merkel.
  • SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil glaubt, dass keiner der CDU-Kandidaten die Lücke füllen kann, die die Kanzlerin hinterlässt.
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Berlin. CSU-Chef Markus Söder hat die Union vor Beginn des Bundestagswahlkampfs und mit Blick auf die anstehende Wahl eines neuen CDU-Vorsitzenden dazu aufgerufen, das Erbe von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zu bewahren. „Jeder, der glaubt, durch einen Bruch mit Angela Merkel die Bundestagswahl gewinnen zu können, irrt fundamental”, sagte Söder den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Merkel gehöre zu „den ganz großen Kanzlern der bundesrepublikanischen Geschichte”, für ihre Person und ihre Politik gebe es eine „enorm hohe Zustimmung in Deutschland”. (...). “Ihr Erbe muss bewahrt und gleichzeitig mit neuen Ideen für die nächste Etappe der deutschen Politik angereichert werden”, sagte Söder.

Mit Blick auf die Kanzlerkandidatur der Union wiederholte der bayerische Ministerpräsident, dass die Kür aus seiner Sicht so spät wie möglich erfolgen sollte. „Die überstürzte Nominierung von Olaf Scholz zum Kanzlerkandidaten hat der SPD bisher keinen nennenswerten Ertrag gebracht.”

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Söder lobt Merkel auf CDU-Parteitag: „Sie hält die Fäden zusammen“
1:15 min
Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat Bundeskanzlerin Angela Merkel für ihre Führung in der Corona-Pandemie gelobt.  © Reuters

Bundestagswahl 2021: Kanzler aus der CSU?

Auf die Frage, unter welchen Umständen der Kanzlerkandidat der Union aus der CSU kommen könnte, gab Söder keine eindeutige Antwort: „Selbst in der CDU wird diskutiert, dass es bislang keinen geborenen Kandidaten gibt. Wer der Richtige ist, hängt auch vom inhaltlichen Profil ab, mit dem wir in die Bundestagswahl gehen wollen.”

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Die CDU bestimmt am Samstagvormittag bei einer Online-Wahl einen neuen Parteivorsitzenden. NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz und der Außenpolitiker Norbert Röttgen konkurrieren um den Posten. Ist der neue CDU-Vorsitzende gewählt, dürfte in der Union rasch die Diskussion über den richtigen Kanzlerkandidaten an Schwung gewinnen.

Klingbeil: Kein CDU-Kandidat kann Merkel-Lücke füllen

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SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil sieht in keinem der Kandidaten für den CDU-Parteivorsitz einen adäquaten Ersatz für die scheidende Kanzlerin und ehemalige Parteichefin Angela Merkel. „Ehrlich gesagt, hinterlässt Angela Merkel eine große Lücke in dieser Partei und auch an der Spitze des Landes und ich traue keinem der drei CDU-Kandidaten zu, dass er diese Lücke füllt“, sagte er dem Nachrichtenportal watson.

„Armin Laschet, Norbert Röttgen und Friedrich Merz haben alle ihre Schwächen und sicher auch ihre Stärken“, sagte Klingbeil. Auf die Frage, welche Stärken er konkret meine, sagte er: „Die suche ich aktuell noch“.

RND/dpa

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