Direktmandate, Alter, Geschlecht: der neue Deutsche Bundestag in Grafiken

  • Nach der Bundestagswahl ziehen mehr Jüngere und mehr Frauen in den Deutschen Bundestag ein.
  • Die älteste und männlichste Fraktion stellt die AfD.
  • Ein Überblick über das neue Parlament in Grafiken.
Johannes Christ
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Berlin. Im neuen Deutschen Bundestag ist einiges anders: So wird das Parlament weiblicher und jünger. Wir haben einen Überblick – mithilfe von vier Grafiken – erstellt zur Sitzverteilung nach Geschlecht, zum Alter der Abgeordneten und nach Direkt- sowie Listenmandat.

Frauen und Männer im Deutschen Bundestag

Der Frauenanteil im Deutschen Bundestag wird etwas steigen, auf knapp 35 Prozent. Damit werden demnächst 480 Männer und 255 Frauen im Reichstagsgebäude Platz nehmen. Vor vier Jahren fiel der Frauenanteil im Bundestag unter den Stand der vorigen fünf Wahlen. Nur etwa 31 Prozent weibliche Abgeordnete zählte das Parlament nach der Wahl 2017.

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Dass der neue Bundestag wieder mehr weibliche Abgeordnete hat, liegt auch an der angewachsenen Grünen-Fraktion, die traditionell mindestens die Hälfte ihrer Sitze für Frauen reserviert. Zudem schnitt die Union historisch schlecht ab und somit auch die Partei mit einem bisher vergleichsweise hohen Männeranteil. Auch diesmal schickt die Union mit 150 Abgeordneten deutlich mehr Männer als ihre 46 Frauen in den Bundestag. Einen noch höheren Männeranteil hat die neue AfD-Fraktion, der 72 Männer und elf Frauen angehören.

Jüngere und ältere Abgeordnete im Bundestag

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Die ältesten Abgeordneten im neuen Bundestag sind Alexander Gauland (AfD, 80 Jahre), Albrecht Glaser (AfD, 79 Jahre) und der bisherige Parlamentspräsident Wolfgang Schäuble (CDU, 79 Jahre). Sieben der zehn jüngsten Abgeordneten kommen aus der Grünen-Fraktion, etwa Emilia Fester und Niklas Wagener – beide Jahrgang 1998. Der mittlere Abgeordnete ist im Jahr 1973 geboren.

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Der neue Bundestag ist außerdem so groß wie nie zuvor. Im Bundeswahlgesetz sind 598 Sitze vorgesehen, 299 für Direktkandidatinnen und -kandidaten, 299 für Abgeordnete, die über die Landeslisten einziehen. Der aktuelle Bundestag hat jedoch 735 Abgeordnete und damit 26 mehr als der vorherige.

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Wolfgang Bosbach: „Dieses Ergebnis bitte nicht schönreden!“
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Der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und RND-Podcaster, Wolfgang Bosbach, spricht im RND-Interview offen über das historisch schlechte Wahlergebnis der Union  © RND

Der Grund für das größere Parlament ist das deutsche Wahlrecht. Bei Bundestagswahlen haben die Wählerinnen und Wähler zwei Stimmen: Mit der Erststimme wählen sie einen Kandidaten ihres Wahlkreises (Direktmandat), mit der Zweitstimme wählen sie die Landesliste einer Partei.

Entscheidend für die späteren Kräfteverhältnisse im Parlament sind dabei die Zweitstimmen, nach deren Verhältnis die Sitze an die Parteien verteilt werden. Es kann zu Überhang- und Ausgleichsmandaten kommen, wenn eine Partei mehr Direktmandate holt, als ihr nach der Anzahl der Zweitstimmen zustehen.

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Die direkt gewählten Abgeordneten haben in der Regel mehr Unabhängigkeit gegenüber ihren Parteien, weil sie es quasi aus eigener Kraft in den Bundestag geschafft haben. Im neuen Parlament sind sie jedoch deutlich in der Unterzahl: So sitzen künftig 299 direkt gewählte Volksvertreter im Parlament und 436 Listenkandidaten.

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