Neuer Bundesaußenminister – das ist Johann Wadephul

Johann Wadephul (CDU) ist im Kabinett Merz für das Auswärtige Amt zuständig.
Quelle: Ralf Hirschberger/AFP-POOL/dpa
Johann Wadephul, zuvor stellvertretender Vorsitzender der Unionsfraktion im Bundestag, hat unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) das Amt des Bundesaußenministers übernommen. Erstmals seit 60 Jahren fällt das Außenministerium wieder in den Einflussbereich der Christdemokraten.
Was ist über den Politiker bekannt, und für welche Politik steht er?
Im Steckbrief: Johann Wadephul
Bildung und Beruf
Johann Wadephul absolvierte 1982 das Abitur an der Meldorfer Gelehrtenschule und war anschließend bis 1986 Zeitsoldat bei der Bundeswehr. Danach studierte er Rechtswissenschaften an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, wo er 1996 mit einer Promotion abschloss. Spezialisiert auf Medizin- und Sozialrecht ist er seit 1995 als Rechtsanwalt tätig.
Politische Karriere
Wadephul trat 1982 der CDU bei und engagierte sich zunächst in der Jungen Union, deren Landesvorsitzender er von 1992 bis 1996 war. Von 1997 bis 2000 war er Generalsekretär und von 2000 bis 2002 Landesvorsitzender der CDU Schleswig-Holstein. Von 2005 bis 2009 führte er die CDU-Fraktion im Landtag von Schleswig-Holstein.
Seit 2009 ist Wadephul Mitglied des Bundestages. Dort war er zunächst im Ausschuss für Arbeit und Soziales tätig, später unter anderem im Ausschuss für Auswärtige Angelegenheiten sowie im Verteidigungsausschuss. Er ist stellvertretendes Mitglied mehrerer Ausschüsse und leitet die deutsche Delegation zur Nato-Parlamentarischen Versammlung. Wadephul hat sich mehrfach für höhere Verteidigungsausgaben und eine Stärkung der Bundeswehr ausgesprochen.
Politische Positionen
Johann Wadephul beschäftigt sich seit Jahren mit außenpolitischen Fragen – insbesondere mit der Unterstützung der Ukraine im Krieg gegen Russland und mit einer stärkeren europäischen Zusammenarbeit. Er sprach sich frühzeitig für die Lieferung von Taurus-Marschflugkörpern an die Ukraine aus und kritisierte die damalige Zurückhaltung der Bundesregierung unter Kanzler Olaf Scholz (SPD).
Auch zur Nahostpolitik bezog der CDU-Politiker Stellung: Die ehemalige Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) warf er eine unklare Haltung vor und bemängelte mangelnde Unterstützung für Israel im Konflikt. Ihm zufolge fehlten diplomatische Initiativen und eine langfristige Strategie.
Wadephul hebt die Bedeutung klarer außenpolitischer Positionen und einer aktiven Diplomatie im Nahen Osten hervor – mit dem Ziel, die Stabilität in der Region zu fördern und die Beziehungen zu Partnerstaaten wie Israel zu stärken.
In gesellschaftspolitischen Fragen zeigte Wadephul ebenfalls Haltung: 2017 stimmte er für die Einführung der „Ehe für alle“. Innerhalb der CDU stellte er sich mehrfach hinter die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und andere führende Parteipersönlichkeiten.
Privates
Johann Wadephul ist evangelisch-lutherisch, verheiratet und hat drei Kinder. Er wurde am 10. Februar 1963 in Husum geboren und lebt in Molfsee bei Kiel.



