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  • Neue Zahlen belegen Lohnunterschied Ost-West: Westdeutsche Männer verdienen am meisten

Neue Zahlen offenbaren eklatante Lohnunterschiede zwischen Ost und West

  • Das Statistische Bundesamt hat dem Linksfraktionsvorsitzenden Dietmar Bartsch neue Zahlen zukommen lassen.
  • Sie belegen erneut, dass Westdeutsche weit mehr verdienen als Ostdeutsche und Männer weit mehr als Frauen.
  • Bartsch fordert, daraus gerade in der Corona-Krise Konsequenzen zu ziehen.
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Berlin. Zwischen Frauen und Männern sowie zwischen Ostdeutschen und Westdeutschen gibt es weiter erhebliche Lohn- und Gehaltsunterschiede. Das ergibt sich nach Informationen des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) aus neuen Zahlen des Statistischen Bundesamtes, die dieses dem Vorsitzenden der Linksfraktion im Bundestag, Dietmar Bartsch, zukommen ließ.

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Ostdeutsche verdienten demnach 2019 im Schnitt 6,64 Euro weniger in der Stunde als Westdeutsche, Frauen verdienten 4,43 Euro weniger in der Stunde als Männer und ostdeutsche Frauen 8,60 Euro weniger in der Stunde als westdeutsche Männer. Aus Zahlen von 2014 ergibt sich laut Statistischem Bundesamt ferner, dass der Niedriglohnsektor im Osten mit 34,5 Prozent fast doppelt so groß ist wie im Westen mit 19,3 Prozent. Aktuellere Zahlen liegen bislang nicht vor.

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Bartsch: Noch mehr Kurzarbeitergeld

Bartsch forderte, die Unterschiede bei der Politik zur Eindämmung der Corona-Krise und hier insbesondere beim Kurzarbeitergeld zu berücksichtigen. „Frauen, Ostdeutsche und insbesondere ostdeutsche Frauen trifft das zu niedrige Kurzarbeitergeld hart“, sagte er dem RND. „Deren Löhne sind häufig deutlich geringer, daher ist ein auskömmlicher Lohnersatz existenziell.“ Sonst werde man einen spürbaren Anstieg von Armut erleben, weil Einkommenseinbußen von 30 Prozent und mehr für viele Familien nicht zu verkraften seien.

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Laut Bundesagentur für Arbeit ist derzeit jeder dritte Arbeitnehmer in Deutschland von Kurzarbeit bedroht.  © Markus Decker/RND

Nötig sei außerdem eine gesundheitspolitisch vertretbare, zügige und flächendeckende Öffnung von Kitas und Schulen, um die Vereinbarkeit von Beruf und Familie wiederherzustellen. Sonst drohe Arbeitslosigkeit.

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Doppelt so viele Einkünfte

Beim Kurzarbeitergeld dürfe das letzte Wort jedenfalls noch nicht gesprochen sein, so Bartsch. „Die Nachbesserungen reichen nicht aus. Wir brauchen eine Anhebung auf 90 Prozent und im Niedriglohnsektor auf 100 Prozent." Zuletzt hatte die große Koalition beschlossen, das Kurzarbeitergeld gestaffelt auf bis zu 80 Prozent und für Eltern auf bis zu 87 Prozent anzuheben. Das sind jeweils 20 Prozentpunkte mehr als bisher.

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Im Herbst vorigen Jahres hatte eine Untersuchung der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung festgestellt, dass Arbeitnehmer im Osten immer noch 16,9 Prozent weniger Lohn bekommen als ihre Kolleginnen und Kollegen im Westen. Eine Studie der Bertelsmann-Stiftung kam im März dieses Jahres zu dem Ergebnis, dass westdeutsche Männer im Laufe ihres Berufslebens im Schnitt knapp 1,5 Millionen Euro verdienen – Frauen aber nur rund 830.000 Euro. Im Osten sei das Verhältnis ähnlich: Männer erhielten hier durchschnittlich etwa 1,1 Millionen Euro, Frauen 660.000 Euro.

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