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Rätsel um die „Razoni“ gelöst

Neue Satellitenbilder: Ukrainischer Getreidefrachter in Syrien

Das Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das unter der Flagge von Sierra Leone fahrende Frachtschiff „Razoni“ (unten Mitte) im Hafen von Tartus in Syrien.

Das Satellitenbild von Planet Labs PBC zeigt das unter der Flagge von Sierra Leone fahrende Frachtschiff „Razoni“ (unten Mitte) im Hafen von Tartus in Syrien.

Gut zwei Wochen nach dem Verlassen eines ukrainischen Hafens ist der Getreidefrachter „Razoni“ allem Anschein nach in Syrien wiederaufgetaucht. Das geht aus Satellitenbildern hervor, die die Nachrichtenagentur AP am Dienstag analysierte. Demnach lag das Schiff im syrischen Hafen Tartus vor Anker.

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Das Schiff war das erste, das nach der internationalen Vereinbarung über Getreidelieferungen aus der Ukraine wieder einen Schwarzmeerhafen verlassen hatte. Der geladene Mais sollte eigentlich in den Libanon geliefert werden, aber der Käufer dort nahm die Fracht nicht an. Stattdessen ankerte es am Montag um kurz vor 11 Uhr neben den Getreidesilos im Hafen von Tartus an der Mittelmeerküste, wie Satellitenaufnahmen des Unternehmens Planet Labs PBC zeigten. Seit Freitag hatte das Schiff keine Positionsdaten mehr gefunkt. Zuletzt war es vor der Küste Zyperns geortet worden.

Kiew nicht länger verantwortlich

Die „Razoni“ konnte auf dem Satellitenbild anhand ihrer Farbe und Größe sowie der vier großen weißen Kräne auf ihrem Deck identifiziert werden. Samir Madani, Mitgründer der Website TankerTrackers.com und Experte für die Verfolgung von Schiffen anhand von Satellitenbildern, identifizierte den Frachter ebenfalls anhand des Bildes. Das Schiff verließ Odessa am 1. August.

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Auf die Frage nach der „Razoni“ teilte das Gemeinsame Koordinationszentrum der Vereinten Nationen mit, nach den Inspektionen in der Türkei stelle es die Überwachung der Schiffe aus der Ukraine ein. Die ukrainische Botschaft in Beirut verwies auf eine frühere Erklärung, wonach die Regierung in Kiew für die Fracht der „Razoni“ nicht länger verantwortlich sei. „Unsere Aufgabe war es, die Seehäfen für die Getreideladung wieder zu öffnen, und das haben wir geschafft“, hieß es.

Die Ukraine hatte der syrischen Regierung bereits in anderem Zusammenhang vorgeworfen, aus der Ukraine gestohlenes Getreide importiert zu haben. Im Mai zeigten Satellitenbilder die unter russischer Flagge fahrende „Matros Pozynich“ im Hafen von Latakia in Syrien. Nach Angaben der Ukraine hatte das Schiff 27.000 Tonnen Getreide geladen, die Russland gestohlen hatte und zunächst an Ägypten verkaufen wollte, das sich aber weigerte, die Ladung anzunehmen.

RND/AP

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