Neue Polizeieinsätze in Hongkong - Merkel soll helfen

  • Erneut kommt es in Hongkong zu Zwischenfällen.
  • Die Polizei setzt bei ihren Einsätzen Pfefferspray ein.
  • Unterdessen wollen die Anführer der Proteste die Bundeskanzlerin treffen.
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Hongkong. Nach den schweren Ausschreitungen am Wochenende in Hongkong ist es in der Nacht zum Mittwoch zu neuen Zwischenfällen gekommen. Die Polizei räumte gegen Mitternacht eine Gruppe von Demonstranten von einem Platz vor der Polizeistation im Stadtviertel Mong Kok, wie der Sender RTHK am Mittwoch berichtete. Auch machte die Polizei in der U-Bahn-Station Prince Edward eine Festnahme. Bei beiden Polizeieinsätzen wurde Pfefferspray eingesetzt.

Während die Protestwochenenden mit großen Demonstrationen und Zusammenstößen Schlagzeilen machen, kommt es auch unter der Woche immer wieder zu kleineren Zwischenfällen dieser Art. Seit mehr als drei Monaten dauern die Proteste schon an. Der Unmut der Demonstranten richtet sich gegen die eigene Regierung, gegen Polizeigewalt, aber auch gegen Chinas kommunistische Führung.

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Bei den Protesten und Ausschreitungen sind insgesamt bereits mehr als 1100 Menschen festgenommen worden.

Hongkonger Protestführer wollen Treffen mit Merkel

Anführer der Proteste haben unterdessen Bundeskanzlerin Angela Merkel kurz vor Beginn ihrer Chinareise um ein Treffen gebeten. In einem offenen Brief, der der „Bild“-Zeitung vorliegt, warnt der bekannte frühere Studentenführer Joshua Wong vor einer Eskalation der Gewalt. „Uns steht eine diktatorische Macht gegenüber, die keine freiheitlichen Grundrechte zulässt und immer mehr gewalttätige Maßnahmen anwendet, mit Tendenz zu einem neuen Massaker wie am Tian'anmen-Platz.“ 1989 schlugen Soldaten am Platz des Himmlischen Friedens in Peking Demokratie-Proteste gewaltsam nieder.

Seit fast drei Monaten kommt es in Hongkong immer wieder zu Protesten, die oft mit Zusammenstößen zwischen einem kleinen Teil der Demonstranten und der Polizei endeten. Die Protestbewegung befürchtet steigenden Einfluss der chinesischen Regierung auf Hongkong und eine Beschneidung ihrer Freiheitsrechte. Auch fordern die Demonstranten eine unabhängige Untersuchung der Polizeigewalt bei den Protesten.

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Auseinandersetzungen und Chaos bei Protesten in Hongkong
1:03 min
Trotz eines Demonstrationsverbots protestieren in Hongkong zehntausende Menschen für mehr Demokratie.  © AFP

In dem offenen Brief sprechen die Anführer der Proteste Merkel auf ihre DDR-Vergangenheit an. Da sie aus erster Hand Erfahrungen mit diktatorischen Regimen habe, könne sie sich gut in die Situation der Protestler hineinversetzen. Merkel solle deshalb die Situation in Hongkong bei Gesprächen mit der chinesischen Regierung ansprechen. Die Bundeskanzlerin will am 5. September zu einem dreitägigen Besuch nach China reisen.

RND/dpa

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