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Neue Kampfjets: Griechenland will die Oberhand über die Ägäis

  • Athen steckt Milliarden in die Beschaffung neuer Kampfflugzeuge.
  • Damit gewinnt Griechenland im Rüstungswettlauf mit dem „Erzfeind“ Türkei die Luftüberlegenheit in der Ägäis.
  • Ankara gerät ins Hintertreffen – auch durch ein Waffenembargo der USA.
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Athen. Wegen des Konflikts mit der benachbarten Türkei um die Wirtschaftszonen und Erdgasvorkommen im östlichen Mittelmeer sind die griechischen Streitkräfte in erhöhter Alarmbereitschaft. Ein Großteil der Flotte kreuzt auf See. Auch die meisten Kampfpiloten der Luftstreitkräfte müssen auf den Weihnachtsurlaub verzichten. Sie sind auf den Stützpunkten in ständiger Bereitschaft.

Vergangene Woche verabschiedete das Parlament in Athen den Haushalt 2021. Er sieht eine massive Erhöhung des Verteidigungsetats vor. Das Budget für die Rüstungsprogramme wird von 500 Millionen auf 2,5 Milliarden Euro verfünffacht. Über die nächsten fünf Jahre will Griechenland sogar 11,5 Milliarden Euro in die Beschaffung neuer Waffensysteme investieren – das größte Rüstungsprogramm seit Jahrzehnten.

Kampfjets sollen aus Frankreich und den USA kommen

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Noch in der ersten Hälfte 2021 beginnt die Auslieferung der ersten sechs Kampfjets vom französischen Typ Dassault Rafale. Die Verträge sollen im Januar unterschrieben werden. Bis März 2023 wird das Land insgesamt 18 Rafale-Flugzeuge bekommen. Sie sind mit modernen Meteor-Lenkwaffen bestückt. Parallel zur Beschaffung der Rafale laufen Verhandlungen mit den USA über die Lieferung von 24 Tarnkappenjets des Typs F-35.

Die Modernisierung der Luftstreitkräfte ist Teil eines großen Rüstungsprogramms, das Premierminister Kyriakos Mitsotakis im September bekannt gab. Es umfasst neben den Kampfflugzeugen auch die Beschaffung von Hubschraubern und Drohnen sowie die Einstellung von 15.000 zusätzlichen Berufssoldaten. Die Kriegsmarine steht ebenfalls vor einem milliardenschweren Modernisierungsprogramm. Geplant ist die Beschaffung vier neuer Fregatten. Auch die Beschaffung weiterer U-Boote des deutschen Typs 214 steht zur Debatte. Vier dieser Boote betreibt Griechenland bereits.

Auch die Türkei rüstet weiter auf

Auch der Rivale Türkei investiert derzeit Milliarden in seine Kriegsmarine, unter anderem mit dem Lizenzbau von vier U-Booten der deutschen Klasse 214. Auf einer Werft bei Istanbul geht außerdem der erste türkische Flugzeugträger seiner Fertigstellung entgegen. Er wird nach spanischen Plänen gebaut. Aber bei den Luftstreitkräften gewinnt Griechenland mit den neuen Kampfjets die Oberhand. Das sah vor einigen Jahren nach ganz anders aus. Mit einer Bestellung von 100 F-35-Tarnkappenflugzeugen wollte sich die Türkei die Lufthoheit über der Ägäis und im östlichen Mittelmeer sichern. Aber im Sommer 2019 stornierten die USA die Lieferung. Washington bestrafte die Türkei damit für die Bestellung russischer Luftabwehrraketen vom Typ S-400. Bittere Ironie: Die ersten sechs für die Türkei bestimmten F-35 könnten nun an Griechenland gehen.

Aktuell verfügt die Türkei über 207 Kampfjets. Griechenland ist mit 189 Maschinen zwar leicht im Rückstand, wird in den nächsten drei Jahren aber dank der Rafale und F-35 zahlenmäßig und hinsichtlich der Kampfkraft eine klare Überlegenheit bekommen. Ein weiteres Handicap der Türkei: Ihr fehlen Hunderte Piloten. Das ist eine Folge der „Säuberungen“ nach dem Putschversuch vom Juli 2016. Seit dem versuchten Staatsstreich wurden Hunderte Piloten entlassen und vor Gericht gestellt. Genaue Zahlen nennt die Regierung nicht, aber türkische Medienberichte sprechen von 600 bis 700 gefeuerten Piloten. Das wäre rund die Hälfte aller Flugzeugführer. Von den „Säuberungen“ waren überdurchschnittlich viele Ausbilder betroffen. Deshalb ist es besonders schwierig, die fehlenden Kampfpiloten zu ersetzen.

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