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Kommentar

Neue DGB-Chefin: Die schwierige Mission der Yasmin Fahimi

Yasmin Fahimi ist die neue DGB-Chefin.

Yasmin Fahimi ist die neue DGB-Chefin.

Berlin. Man stelle sich nur einmal vor, ein Fußballteam stünde regelmäßig nur noch mit zehn oder gar neun Spielern auf dem Feld – und gerade deshalb würde der Druck, besonders attraktiv und erfolgreich zu spielen immer größer. Nach dem Motto: „Wenn das jetzt nicht läuft, kommt bald gar keiner mehr.“

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So ungefähr kann man sich die Aufgabe der Gewerkschaften in diesem Zeiten vorstellen. Ihre Mitgliederzahlen sind kontinuierlich gesunken. Zugleich müssen sie – um Mitglieder zu halten und neue zu gewinnen – gute Tarifabschlüsse erzielen und politisch für die Rechte der prekär Beschäftigten kämpfen.

Signal nach innen

Dass mit Yasmin Fahimi nun erstmals eine Frau an die Spitze des Deutschen Gewerkschaftsbundes gewählt worden ist, ist überfällig – und in Zeiten, in denen sehr häufig Frauen in Dienstleitungsbranchen und sozialen Berufen um eine faire Bezahlung kämpfen, ein gutes Signal. Die neue DGB-Chefin präsentierte sich kämpferisch und forderte, die besonders Reichen sollten mittels Vermögenssteuer und einer Sonderabgabe einen größeren Beitrag leisten. Damit kann sie in den Gewerkschaften die Reihen nach innen schließen.

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Das ist auch notwendig – denn vor Fahimi und den Vorsitzenden der Einzelgewerkschaften liegt eine schwierige Mission. In Zeiten der Inflation müssen die Gewerkschaften für Lohnerhöhungen kämpfen, dürfen aber die Arbeitsplatzsicherheit nicht aus den Augen verlieren. Insbesondere aber müssen sie die Beschäftigten im Wandel hin zum klimaneutralen Wirtschaften einerseits schützen, andererseits aber den Wandel selbst vorantreiben – weil es sonst irgendwann keine Arbeitsplätze mehr zu retten gibt.

Dass die neue DGB-Vorsitzende als bisherige SPD-Abgeordnete einen guten Draht ins Kanzleramt haben dürfte, kann den Gewerkschaften nur nutzen. Für den DGB ist Fahimi die richtige Chefin zur richtigen Zeit.

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