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Neubauer und Rackete: „Der Dannenröder Wald ist ein Symbolwald“

  • Im Dannenröder Forst in Mittelhessen beginnen die Rodungsarbeiten für den Bau eines Teilstücks der A49.
  • Die Klimaaktivistinnen Luisa Neubauer und Carola Rackete haben sich dem Protest gegen die Rodung angeschlossen.
  • In einem Gastbeitrag im „Spiegel“ stellen sie die Systemfrage.
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Kassel. Die Klimaaktivistinnen Luisa Neubauer und Carola Rackete haben in einem Gastbeitrag für den „Spiegel“ einen Systemwandel gefordert. Anlass sind die beginnenden Rodungsarbeiten im Dannenröder Forst in Mittelhessen für den Bau der Autobahn 49. Die Polizei hat begonnen, den Wald zu räumen, der seit Monaten von Aktivisten besetzt ist.

„Der Dannenröder Wald ist ein Symbolwald, ein Symbolbild – für eine dringend notwendige Abkehr vom überheblichen, man könnte sagen räuberischen, Umgang der Industriegesellschaften mit dem lebenden Planeten zugunsten fossiler Infrastruktur“, schreiben die beiden.

„Während das Irrationale regiert, werden so diejenigen, die heute im Wald sind und das Ende der ökologischen Zerstörung einfordern, zu den Vernünftigsten von allen“, schreiben sie über den Konflikt zwischen den Waldbesetzern auf der einen und Landes- sowie Bundespolitik auf der anderen Seite. Verträge wie der zum Bau des Teilstücks der A49 würden nur vermeintlich zu neuen Lebensgrundlagen führen. Am Ende würden daraus echte Lebensgefahren entstehen.

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Viele bereits geschlossene Verträge würden das Klimaschutzabkommen brechen. „Wenn man alle Verträge zusammenzählt, die wir Menschen zum heutigen Zeitpunkt schon unterschrieben haben, kommen wir bei einer vertraglich abgestimmten globalen Erwärmung von weit mehr als zwei Grad Celsius an“, schreiben Neubauer und Rackete. „Wir brauchen Systeme, die für uns und nicht gegen uns arbeiten.“

Video
Polizeieinheiten räumen Baumhäuser im Dannenröder Forst
2:51 min
Gegner des Ausbaus der Autobahn 49 campieren schon seit Monaten im Dannenröder Wald. Nun beginnt die Polizei mit der Räumung.  © Reuters

„Wir werden in den nächsten Jahren immer weiter, immer mehr Verträge brechen müssen. Die Frage ist nur, welche das sein werden – und wer die Macht hat zu entscheiden, welche.“

Neubauer und Rackete haben sich dem Protest gegen die Rodung angeschlossen. Neubauer ist eine der führenden Köpfe von Fridays for Future, Rackete wurde 2019 als Kapitänin des Seenotrettungsschiffes „Sea-Watch 3“ bekannt und steht Extinction Rebellion nahe.

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Rackete bei Räumung festgenommen

Carola Rackete wurde am Donnerstag gemeinsam mit anderen Umweltaktivisten von der Polizei in Gewahrsam genommen. Ein Sprecher der Waldbesetzer bestätigte der Nachrichtenagentur epd die Festnahme Racketes.

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Carola Rackete wird nach ihrer Festnahme in einem Spezialfahrzeug der Polizei aus dem Wald gebracht. © Quelle: Boris Roessler/dpa

Aus polizeilicher Sicht sei der Tag im Dannenröder Forst „ruhig“ verlaufen, sagte ein Polizeisprecher am Nachmittag dem epd. Es habe lediglich einen Vorfall gegeben, als Aktivisten die Polizei mit Pyrotechnik angingen. Dabei sei jedoch niemand verletzt worden. Wie viele Aktivisten die Polizei am Donnerstag in Gewahrsam nahm, konnte er nicht sagen.

Für den Weiterbau der A49 zwischen Kassel und Gießen müssen insgesamt 85 Hektar Wald gerodet werden. Die wesentlichen Fällungen im Herrenwald und im Maulbacher Wald sind bereits erfolgt. Im Dannenröder Forst geht es nun noch um rund 27 Hektar.

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Im Dannenröder Forst würden bereits Bäume gefällt, sagte der Sprecher der Waldbesetzer dem epd. „Wir sind alle wütend.“ Die Aktivisten bewohnten den Ort seit mehr als einem Jahr. „Wir sind vorbereitet und werden nicht kampflos gehen.“

RND/lhen/epd




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