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Rund 200 Neonazis demonstrieren in Bielefeld - Tausende bei Gegenprotest

  • Ausgerechnet am Jahrestag der Novemberpogrome wollen Neonazis in Bielefeld aufmarschieren.
  • Sie demonstrieren für die inhaftierte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck.
  • Tausende stellen sich ihnen entgegen.
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Bielefeld. Im ostwestfälischen Bielefeld demonstrierten am Sonnabend Tausende Menschen gegen Rechtsextremismus. Anlass ist eine von der Partei „Die Rechte“ angemeldete Kundgebung mit Marsch vom Hauptbahnhof in Richtung Innenstadt. An ihr nahmen rund 230 Menschen teil, darunter bekannte Neonazis. Sie führten schwarz-weiß-rote Flaggen mit.

Unter den Gegendemonstranten war auch die Bielefelder Grünen-Bundestagsabgeordnete Britta Haßelmann. Sie sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): "Bielefeld zeigt heute Flagge gegen Faschismus, Rechtsextremismus, Rassismus und jede Form von Menschenfeindlichkeit - und setzt ein Zeichen für unsere weltoffene, tolerante und vielfältige Stadt."

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Die rechte Versammlung fand ausgerechnet am Jahrestag der Novemberpogrome 1938 statt, bei denen Nationalsozialisten in ganz Deutschland Synagogen zerstörten und Juden angriffen. In Sprechchören und auf Transparenten unterstützen sie die mehrfach verurteilte Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck, die seit anderthalb Jahren in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld inhaftiert ist.

Die Polizei sprach von 14.000 Gegendemonstranten, fast drei Mal so viele wie erwartet. Insgesamt waren 14 Veranstaltungen gegen rechts im Stadtgebiet angemeldet, darunter eine stille Mahnwache vor der Bielefelder Synagoge, eine Menschenkette und ein Fahrrad-Korso. Die Polizei war unter anderem mit Wasserwerfern und einer Reiterstaffel vor Ort.

Das Verwaltungsgericht Minden hatte ein Verbot der Neonazi-Demonstration mit Verweis auf den Gedenktag zurückgewiesen. Der 9. November sei kein offizieller Feiertag, ein direkter Bezug zum Holocaust-Gedenken liege nicht vor.

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Zu den Gegendemonstrationen rief das „Bielefelder Bündnis gegen Rechts“, ein Zusammenschluss von Gruppen aus Politik, Kirchen und Vereinen, auf. Das Motto lautet „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“.

RND/epd

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