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„Nehmt den Wessis das Kommando“: Kritik an Linken-Wahlplakat in Sachsen-Anhalt

  • Sachsen-Anhalts Linke bekommt für ein Plakat zum Landtagswahlkampf, das gar nicht aufgehängt werden soll, Kritik von CDU, SPD und Grünen.
  • Beifall kommt hingegen aus den eigenen Reihen.
  • Die Heftigkeit in der Debatte zeige, dass sie einen Nerv getroffen hätten, sagt die Spitzenkandidatin der Partei in Sachsen-Anhalt, Eva von Angern.
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Magdeburg. Ein großer Hund links, ein an der Leine zerrendes Kind rechts. Dazu der Slogan „Nehmt den Wessis das Kommando“: Sachsen-Anhalts Linke erhält für ein Wahlplakat, das allerdings nicht aufgehängt werden soll, viel Aufmerksamkeit und Kritik.

Bildungsminister Marco Tullner etwa twitterte am Wochenende: „Ich urteile ja ungern über Mitbewerber. Aber 30 Jahre nach der Einheit solche Plakate zu präsentieren, empfinde ich als inakzeptabel. Und unlogisch.“ Tullner verlinkte einen kurzen Film, der auf Thüringens Ministerpräsidenten Bodo Ramelow verwies, der in Niedersachsen geboren ist, und mit den Worten endet „wo sie Recht hat …“. Deutliche Kritik kam unter anderem auch von SPD und Grünen.

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Am Sonntag erklärte der Landesvorsitzende der Linken, Stefan Gebhardt: „Wir haben es geschafft, mit einem Plakat, was übrigens nirgendwo hängen wird, ein wichtiges Thema erfolgreich zu platzieren.“ Spitzenkandidatin Eva von Angern sprach von einem Volltreffer. „Die Heftigkeit in der Debatte zeigt, dass es wahr ist und wir einen Nerv getroffen haben. Wir haben etwas angesprochen, das viele Menschen im Osten umtreibt.“

Die Führungspositionen im Osten seien drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung immer noch dominant von Westdeutschen belegt, etwa in der Landesverwaltung, an den Gerichten, in den Ministerien oder an den Hochschulen. Das Kabinett Haseloff bestehe aus lediglich zwei ostdeutschen Fachministern. In allen westdeutschen Bundesländern gebe es keine Ministerin und keinen Minister ostdeutscher Herkunft.

„Das ist ja wie Mauer wieder aufbauen“

SPD-Landeschef Andreas Schmidt hatte betont, dass rund 300.000 Sachsen-Anhalter in der alten Bundesrepublik geboren wurden und weitere 500.000 im wiedervereinigten Deutschland. „Wir alle leben hier, gehen gemeinsam in die Zukunft.“ Der SPD-Landtagsabgeordnete Andreas Steppuhn schrieb: „Das Plakat ist unter aller Kanone. Als jemand, der über 30 Jahre hier lebt und arbeitet, fühlt man sich ja fast persönlich beleidigt. Das ist ja wie Mauer wieder aufbauen.“

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Die Grünen-Spitzenkandidatin Cornelia Lüddemann erklärte: „Das erschüttert mich wirklich. Ich dachte, alle Menschen sind grundsätzlich gleich und es kommt auf Wollen und Werte an.“

Die Linke mit ihrer Spitzenkandidatin Eva von Angern hatte am Freitag ihre Plakatkampagne vorgestellt. Das diskutierte Plakat befand sich neben anderen, die etwa Kinderarmut und Gesundheitspolitik thematisierten.

Am 6. Juni wird der neue Landtag in Sachsen-Anhalt gewählt.

RND/dpa

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