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Nawalny-Vergiftung: Merkel und Maas fordern Aufklärung von Russland

  • Die Bundesregierung erhöht im Fall des wahrscheinlich vergifteten Regimekritikers Alexej Nawalny den Druck auf Russland.
  • Der Grünen-Politiker Jürgen Trittin glaubt hingegen nicht an eine Aufklärung.
  • Er fordert aber eine gemeinsame Antwort aller EU-Staaten.
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Berlin. Die Bundesregierung erhöht im Fall Nawalny den Druck auf Russland. In einer gemeinsamen Erklärung teilten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Außenminister Heiko Maas (SPD) mit: “Angesichts der herausgehobenen Rolle von Herrn Nawalny in der politischen Opposition in Russland sind die dortigen Behörden nun dringlich aufgerufen, diese Tat bis ins Letzte aufzuklären – und das in voller Transparenz. Die Verantwortlichen müssen ermittelt und zur Rechenschaft gezogen werden.”

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Kremlkritiker Nawalny in Berliner Charité eingeliefert
2:07 min
Am Ende war die Erleichterung groß: Der schwerkranke russische Oppositionelle Alexej Nawalny ist am Samstag in die Berliner Charité eingeliefert worden.  © Reuters

Seit Samstag wird Alexej Nawalny in der Berliner Charité behandelt. Die Ärzte teilten am Montag mit, dass eine Vergiftung wahrscheinlich sei. Merkel und Maas schrieben: “Wir hoffen, dass Herr Nawalny wieder ganz genesen kann. Unsere guten Wünsche gelten auch seiner Familie, die eine schwere Prüfung durchmacht.”

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Der Grünen-Außenpolitiker Jürgen Trittin sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): “Jetzt gibt es bittere Gewissheit. Alexej Nawalny ist wie Anna Politkowskaja und eine Reihe anderer Oppositioneller zuvor Opfer eines Giftanschlags geworden.” Trittin erhob schwere Vorwürfe gegen die russischen Mediziner und Behörden: “Nach den Erkenntnissen der Berliner Charité hätte ihm früher geholfen werden können, hätten schon die Ärzte in Omsk diese Vergiftung diagnostiziert. Man hat in Russland eben nicht alles getan, sondern fälschlich eine Vergiftung seitens Ärzten und der Polizei bestritten.”

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An eine Aufklärung von russischer Seite glaubt Trittin nicht: “Wer konkret für diesen erneuten Mordversuch verantwortlich ist, wird im Russland des Wladimir Putin kaum festgestellt werden”, sagte er dem RND. “Aber wie schon beim Mord an Boris Nemzow vor der Haustür des Kreml bleibt die Feststellung: Wenn diese Taten nicht mit der Billigung der Staatsführung begangen wurden, dann ist Putin nicht in der Lage, in Russland für die Stabilität zu sorgen, die solche Morde verhindert.”

Er forderte eine gemeinsame Antwort der Europäischen Union: “Russland ist unser Nachbar. Aber wir dürfen nicht wegschauen, wenn im gemeinsamen Haus Europa bei einem Nachbarn Menschen wegen ihrer politischen Haltung gewaltsam verletzt oder gar ermordet werden.”

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