Nawalny-Vergiftung: Habeck kritisiert Haltung der Linken

  • Mit harten Worten hat Robert Habeck die Aussagen von Politikern der Linkspartei zur Vergiftung Nawalnys kritisiert.
  • „Was die Linke macht, ist unterirdisch. Das geht ja in Richtung Verschwörungstheorien", sagte der Co-Vorsitzende der Grünen.
  • Er sei durchaus für Gespräche bereit, aber an der Stelle müsse es eine klare Kante geben.
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Berlin. Der Co-Vorsitzende der Grünen, Robert Habeck, hat die Linkspartei wegen ihrer zögerlichen Haltung zu Russland im Fall der Vergiftung des Kreml-Kritikers Alexej Nawalny scharf kritisiert. „Was die Linke macht, ist unterirdisch. Das geht ja in Richtung Verschwörungstheorien“, sagte Habeck am Mittwoch im RTL/ntv „Frühstart“.

Mehrere Politiker der Linkspartei hatten zuvor in Frage gestellt, ob Russland in die Vergiftung verwickelt sei und forderten Aufklärung. Fraktionschef Dietmar Bartsch warnte vor Spekulationen: “Für viele steht fest, was passiert ist, für mich nicht. Und ich möchte gerne, dass diese von Geheimdiensten durchdrungene Aktion aufgeklärt wird”, sagte er am Montag. Es gelte die Unschuldsvermutung, und es dürfe nun nicht um gegenseitige Unterstellungen gehen.

Habeck: Es muss eine klare Kante geben

In der vergangenen Woche hatte der Linken-Politiker Gregor Gysi im Gespräch mit "MDR Aktuell" betont, dass der Täter noch unklar sei. "Es kann ja auch sein, dass es zum Beispiel ein Gegner der Erdgasleitung von Russland nach Deutschland ist." Die Linken-Außenexpertin Sevim Dagdelen äußerte sich am Sonntag bei "Anne Will" ähnlich: "Wir können nicht sagen, weil es ein Gift der Nowitschok-Gruppe ist, dass es sofort nur die Russen sind." Auch westliche Geheimdienste könnten den Kampfstoff haben, mit dem Nawalny vergiftet worden sei, sagte sie.

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Fall Nawalny: Nato fordert "internationale Antwort"
1:00 min
Nawalny war vor rund zwei Wochen auf einem Flug innerhalb Russlands zusammengebrochen und wird inzwischen in der Berliner Charité behandelt.  © Reuters

Habeck kritisierte die abwartende Haltung: „Die können ja außenpolitisch sagen, dass man immer im Gespräch bleiben muss, da bin ich auch voll dafür, aber an der Stelle muss es eine klare Kante geben, und die sollten sie auch ziehen.“ Er sprach sich erneut für einen Baustopp der Gaspipeline Nord Stream 2 aus. Es dürfe nicht das Signal gesetzt werden, dass Russland und Putin machen dürften, was sie wollten. Die Bundesregierung lässt die Zukunft des deutsch-russischen Projekts bislang offen.

RND/dpa

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