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Nawalnys Leben in Gefahr – Ärztin darf trotzdem nicht ins Haftkrankenhaus

  • Anwälten und Mitarbeitern zufolge hat sich der Zustand von Kremlkritiker Alexej Nawalny dramatisch verschlechtert.
  • Seine Ärztin Anastasia Wassiljewa twittert, Nawalnys Gesundheit und Leben seien eindeutig in Gefahr.
  • Der Zutritt zur Gefängnisklinik wird ihr dennoch verwehrt.
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Moskau. Russische Gefängnisbehörden haben Ärzten am Dienstag den Zugang zum inhaftierten Oppositionspolitiker Alexej Nawalny verweigert. Nawalnys Ärztin Anastasia Wassiljewa wurde nach mehreren Stunden Wartezeit in der Gefängnisklinik in Wladimir 180 Kilometer östlich von Moskau der Zutritt verwehrt.

Anwälten und Mitarbeitern zufolge hat sich der Zustand des im Hungerstreik befindlichen Nawalny dramatisch verschlechtert. Wassiljewa twitterte, Nawalnys Gesundheit und Leben seien eindeutig in Gefahr.

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Sein Anwalt Wadim Kobsew twitterte, Nawalny habe seit Sonntag lediglich eine Glukosespritze erhalten, die normalerweise Tuberkulose-Patienten verabreicht wird. Sechs weitere Versuche seien gescheitert. Das Gefängnispersonal sei offenbar nicht in der Lage, eine Vene zu finden. Nawalnys Arme seien wegen der Fehlversuche voller blauer Flecke.

Erhöhte Kalium- und Kreatininwerte

Ein weiterer Arzt, Jaroslaw Aschichmin, widersprach der Darstellung des Strafvollzugs, Nawalny gehe es zufriedenstellend. Vielmehr seien am Wochenende deutlich erhöhte Kalium- und Kreatininwerte festgestellt worden, die zu Herzstillstand führen können beziehungsweise auf Nierenschäden hinwiesen, sagte Aschichmin.

Nawalny war Ende März in den Hungerstreik getreten. Er wirft den Gefängnisbehörden vor, seine Ärzte nicht zu ihm zu lassen und seine Rückenschmerzen und Taubheit in den Beinen nicht angemessen zu behandeln. Er war im Februar wegen Unterschlagung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden, was der Europäische Menschenrechtsgerichtshof als willkürlich und offensichtlich unangemessen bewertete.

Mitstreiter Nawalnys haben für Mittwoch zu landesweiten Protesten aufgerufen. Die Staatsanwaltschaft hat indessen beantragt, Nawalnys Stiftung zum Kampf gegen Korruption und seine Büros im ganzen Land als extremistisch einzustufen.

RND/AP

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