Arktis wird Thema beim Nato-Gipfel im Juni

  • Das westliche Bündnis registriert im hohen Norden die größten militärischen Aktivitäten Russlands seit Ende des Kalten Krieges.
  • Darüber werde beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Nato am 14. Juni gesprochen, heißt es im Nato-Hauptquartier in Brüssel.
  • In der Arktis gehe es um ein wichtiges neues Thema: sicherheitspolitische Folgewirkungen des Klimawandels.
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Die Nato sieht die wachsende russische Präsenz in der Arktis mit Sorge und will die Lage in der Region zu einem Thema des nächsten Gipfels ihrer Staats- und Regierungschefs machen.

Russland baue seine militärischen Fähigkeiten in der Arktis derzeit so stark aus wie noch nie seit Ende seit Ende des Kalten Krieges, sagte Nato-Sprecherin Oana Lungescu dem RedaktionsNetzwerk Deutschland. „Frühere sowjetische Militärbasen werden wieder eröffnet, neue gebaut.“ Russland habe seine Nordflotte einschließlich aller U-Boote erheblich modernisiert. Außerdem installiere Russland neue Waffensysteme, darunter die nukleare Unterwasserdrohne Poseidon, neue Radaranlagen und eine neue Eisbrecherflotte.

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Zum Gipfel kommt auch Biden

Lungescu sagte, die Nato werde allen damit verbundenen neuen Bedrohungen auf den Grund gehen. Generell gehe es im hohen Norden um ein wichtiges Thema für das Bündnis: sicherheitspolitische Folgewirkungen des Klimawandels. In der Arktis seien weitreichende Veränderungen möglich, etwa für den zivilen Schiffsverkehr. Die Nato stehe auch in dieser Region für die Freiheit internationaler Seewege und die Sicherheit von Kommunikationsnetzen. Dies werde auch ein Thema beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Nato-Länder am 14. Juni sein.

An dem Gipfel in Brüssel wird erstmals auch der neue US-Präsident Joe Biden teilnehmen. Bidens Verteidigungsminister Lloyd Austin hatte bereits bei einem Besuch im Nato-Hauptquartier Mitte April die Auswirkungen des Klimawandels als eine der neuen thematischen Prioritäten des Bündnisses bezeichnet.

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Der Klimawandel gerät in den Blick der Militärallianz: Lloyd Austin, der neue amerikanische Verteidigungsminister, Mitte April im Nato-Hauptquartier in Brüssel. © Quelle: Kenzo Tribouillard/Pool AFP/AP/d

Der hohe Norden sei immer eine Region mit geringen Spannungen gewesen, dabei solle es bleiben, betonte die Nato-Sprecherin. Das Bündnis setze auf „weiterhin gute Beziehungen“ zwischen den Anrainerstaaten.

Zum Arktischen Rat gehören Russland, Finnland und Schweden sowie die fünf Nato-Staaten Kanada, Dänemark, Island, Norwegen und die USA. Das nächste Ministertreffen des Arktischen Rates findet am 20. Mai in Island statt.

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