Napoleons Brötchen und Deutschlands Sommer

  • Selbst 200 Jahre nach seinem Tod sind die Spuren Napoleons unübersehbar.
  • In Deutschland wünschen sich dennoch relativ wenige einen „starken Mann“.
  • Dafür dürfen wir auf einen freieren Sommer hoffen.
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

haben Sie kurz Zeit? Dann können wir endlich mal über Napoleon reden. Vor fast genau 200 Jahren ist der kleine Korse gestorben, der zwischenzeitlich große Teile Europas beherrschte und bis heute viele Spuren hinterlassen hat.

Wenn Sie gerade in Hamburg frühstücken, könnte sein Einfluss sogar auf Ihrem Tisch sichtbar sein: Einer These zufolge sind die dort beliebten Franzbrötchen nach der französischen Besatzungszeit entstanden – als Abwandlung des Baguettes.

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Aber darum geht es eigentlich überhaupt nicht, denn nicht nur heutige Bäcker, sondern auch einige Autokraten eifern dem kleinen Feldherren nach, wie Joachim Zießler schreibt. Putin und Erdogan etwa lassen ihre Ideen gern in Stein verewigen – ganz in Napoleons Tradition.

In Deutschland wiederum sind auch nach 16 Jahren Merkel diejenigen in der Minderheit, die sich einen „starken Mann“ an der Spitze wünschen. Wobei es durchaus regionale Unterschiede gibt. Im Süden Thüringens hofft die CDU, dass Hans-Georg Maaßen für sie in den Bundestag einzieht – der frühere Verfassungs­schutzchef will vor allem AfD-nahe Wähler von sich überzeugen.

Hans-Georg Maaßen. © Quelle: imago images/ari

Markus Decker wünscht weder der CDU noch dem ganzen Land, dass Maaßen nach der Wahl politischen Einfluss bekommt. „Maaßen, der Feindbilder pflegt wie wenige andere, löst Ängste und Sorgen aus“, schreibt er in seinem Kommentar.

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Der wichtigste Feind ist und bleibt vorerst das Coronavirus. Aktuell ist die Infektionslage in Deutschland stabil. Saskia Bücker und Laura Beigel haben sogar zaghaften Optimismus vernommen, als sie sich unter Fachleuten umgehört haben.

Und das ist durchaus erstaunlich: Denn noch vor zwei Monaten haben wir uns gefragt, warum eigentlich niemand etwas entscheidet. Das war die Zeit, als Bund und Länder sich auf nichts einigen konnten, die spätere Bundes­notbremse lässt sich an den aktuellen Zahlen noch gar nicht ablesen. Für den deutschen Sommer sieht es also im Moment gar nicht so schlecht aus.

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Bleibt noch die Wahrheit über die Franzbrötchen: Das Rezept für die übersüßen Frühstücksbegleiter – behaupten jedenfalls die Autoren von franzbroetchen.de mit gewisser Sicherheit – stammt von einem Hamburger Bäcker. Vorbild sind Leckereien aus Skandinavien.

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Zitat des Tages

Es wird zu viel gemeckert und zu wenig auch mal ausgehalten.

Harald Lesch, Professor und TV-Moderator

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Flaschenwürfe am 1. Mai: Die linksradikale „revolutionäre“ Demo in Berlin sollte die Situation von Migranten in der Corona-Pandemie in den Blick nehmen. Stattdessen kam es zu schweren Ausschreitungen. Demonstranten griffen die Polizei mit Glasflaschen an und zündeten Müllcontainer an. RND-Reporter Felix Huesmann hat die Demo begleitet.

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TV-Koch: 100-mal stand Steffen Henssler für die Kochshow „Grill den Henssler“ für Vox am Herd. Es sei schwieriger geworden, zu gewinnen, weil die Promis immer besser vorbereitet wären. „Früher konnte ich mehr Schabernack treiben, mittlerweile muss ich schon so 70 Prozent meiner Zeit dem Kochen widmen“, sagt er im Interview mit Hannah Scheiwe.

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Rund 200 Patienten einer chirurgischen Praxis in Schwerin sind wegen Corona in Quarantäne geschickt worden. Sie gelten als „direkte Kontaktperson in einem Infektionsfall“. Alle Betroffenen sollten auf Symptome achten und zeitnah gegen Covid-19 getestet werden, berichtet die „Ostsee-Zeitung“.

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Millionen orthodoxe Christen feiern Ostern. Grund für den Termin ist der julianische Kalender, an dem sich die orthodoxen Kirchen orientieren. Dort beginnt der Frühling 13 Tage später als im westlich-gregorianischen Kalender.

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