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Hamas knüpft dauerhafte Waffenruhe an Aktionen Israels

  • Die informelle Waffenruhe zwischen Israel und Hamas hält derzeit zwar noch.
  • Doch die tieferliegenden Streitfragen im Nahostkonflikt sind weiter ungeklärt.
  • Die Hamas knüpft das Fortdauern der Waffenruhe an das Verhalten Israels.
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Gaza. Ein ranghoher Vertreter der Hamas hat eine dauerhafte Waffenruhe in Nahost von Israels künftigem Vorgehen abhängig gemacht. Israel müsse seine „Aggression“ im Gazastreifen und in Jerusalem beenden, falls die Ruhe Bestand haben solle, sagte Chalil al-Haja nach einem Treffen mit dem ägyptischen Geheimdienstchef Abbas Kamel am Montag im Gazastreifen. Dort kam Kamel zuvor mit Hamas-Chef Jihia al-Sinwar zusammen, in Tel Aviv traf der Ägypter im Vorfeld den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu.

Ziel von Kamels Reise war eine Fortsetzung und Festigung der Waffenruhe nach den jüngsten elftägigen Kämpfen, die Kairo vermittelt hatte. Entflammt wurde der Krieg durch Proteste und Unruhen im Tempelberg in Jerusalem sowie von Siedlergruppen forcierte Zwangsräumungen von palästinensischen Familien im Viertel Scheich Dscharrah. Mehr als 250 Menschen wurden bei den Kämpfen zwischen Israel und der Hamas getötet, die meisten Opfer waren Palästinenser.

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Forderungen an Israel

Im Gespräch mit Geheimdienstchef Kamel seien etliche Themen erörtert worden - „vor allem die Notwendigkeit, die Besatzung zu verpflichten, ihre Aggression gegen den Gazastreifen, Jerusalem, Scheich Dscharrah und gegen ganz Palästina zu stoppen“, erklärte al-Haja vor Reportern. Israel müsse auch vollständige die Blockade gegen den Gazastreifen aufheben. Diese wurde durchgesetzt, als die Hamas 2007 rivalisierende palästinensiche Gruppen aus dem Gazastreifen verdrängte und dort die Macht übernahm. „Wenn das beginnt, können Ruhe und Stabilität wieder zurückkehren“, ergänzte al-Haja mit Blick auf die Forderungen.

Einen Wiederaufbau des Gazastreifens im Gegenzug für die Herausgabe der im Besitz der Hamas befindlichen sterblichen Überreste zweier israelischer Soldaten sowie eine Freilassung zweier Zivilisten aus Israel schloss er aus. Stattdessen dürfte die militante Gruppe die Freilassung einer großen Zahl palästinensischer Häftlinge verlangen, die in Gewahrsam Israels sind.

RND/AP

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