Nahost-Krise: Frankreich will Atomdeal mit dem Iran retten

  • Frankreich will den Iran-Atomdeal erhalten, auch gegen die Forderung der USA das Abkommen zu kündigen.
  • Der Vertrag von 2015 sei nicht tot.
  • Außenminister Le Drian warnt: Der Iran könnte schon bald Zugang zu Atomwaffen haben.
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Brüssel. Frankreich hat die Forderung der USA nach einer Kündigung des Atomabkommens mit dem Iran zurückgewiesen. Der Vertrag von 2015 sei nicht tot und es sei wichtig, ihn zu retten, sagte Außenminister Jean-Yves Le Drian dem Radiosender RTL vor einem Treffen der EU-Außenminister mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg. Wenn der Vertrag weiter auseinanderfalle, könne der Iran in ein oder zwei Jahren Zugang zu Atomwaffen haben.

Das Abkommen der fünf UN-Vetomächte und Deutschlands mit dem Iran sieht vor, dass Teheran sein Nuklearprogramm so ändert, dass es keine Atombomben bauen kann. Im Gegenzug sollen Sanktionen aufgehoben werden. Die USA haben sich aber 2018 aus dem Vertrag zurückgezogen und neue Sanktionen verhängt.

Boris Johnson: Großbritannien hält am Deal fest

Der Iran hat daraufhin einzelne Vertragsklauseln ausgesetzt und nach der Tötung seines Generals Kassem Soleimani durch die USA zuletzt erklärt, er werde sich nicht mehr die vorgeschriebene Zahl seiner Zentrifugen zur Urananreicherung halten. Den Vertrag selbst hat er aber nicht gekündigt.

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So funktioniert die Urananreicherung
0:49 min
Der weitere Rückzug des Iran aus dem internationalen Atomabkommen schreckt die internationale Gemeinschaft auf.  © Afp
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Der britische Premierminister Boris Johnson versicherte dem iranischen Präsidenten Hassan Ruhani telefonisch, dass Großbritannien an dem Deal festhalte. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat den iranischen Außenminister Mohammed Dschawad Sarif nach Brüssel eingeladen. Ein Termin stand aber noch nicht fest.

RND/AP

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