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Neuen Bahnstreik abwenden: Pro Bahn fordert Schlichtungsverfahren und Angebot der DB

  • Nach den erneuten Streikdrohungen der GDL hat sich der Fahrgastverband Pro Bahn für ein Schlichtungsverfahren ausgesprochen.
  • Dies sei für die Fahrgäste das Beste, um weitere Streiks abzuwenden.
  • Als Schlichter könnte sich der Pro-Bahn-Vorsitzende zum Beispiel Bodo Ramelow vorstellen.
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Hannover. Fahrgäste der Deutschen Bahn müssen mit weiteren Streiks rechnen. GDL-Chef Claus Weselsky stellte am Mittwoch weitere Arbeitskämpfe in Aussicht, sollte die Bahn kein verbessertes Tarifangebot vorlegen. Vorerst aber fährt die Bahn nach Plan. Unterdessen kündigte der Bahnvorstand an, wegen der schwierigen Finanzlage auf seine Boni zu verzichten. Der Fahrgastverband Pro Bahn bezeichnet dies allerdings nur als eine „symbolische Geste“. Pro-Bahn-Bundesvorsitzender Detlef Neuß sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Das ist gegenüber den Arbeitnehmern sicherlich ein gutes Zeichen, hilft aber im Tarifkonflikt nicht weiter.“

Neuß kritisiert, dass die DB zwar angeboten habe, über eine Corona-Prämie zu verhandeln. Aber sie habe keine Zahlen genannt. „Es ist nachvollziehbar, wenn die GDL dann fragt, worüber sie eigentlich verhandeln solle“, so Neuß. Dass die GDL die geforderte Prämie von 600 Euro nicht bekommen werde, sei allen klar. „Aber es wäre hilfreich, wenn die DB endlich selbst einen Vorschlag machen würde.“

Pro Bahn: „Schlichtungsverfahren wäre das Beste“

Es sei unverständlich, warum sich die Deutsche Bahn und die GDL nicht einigen können, meint der Fahrgastverbandsvorsitzende. „Ein Schlichtungsverfahren wäre jetzt das Beste für die Fahrgäste“, sagte Neuß dem RND. Ein neutraler Schlichter könne zum Beispiel ein hoher Richter oder ein bekannter Schlichter wie Bodo Ramelow sein.

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Neuß drängt darauf, in Zukunft weitere Streiks zu verhindern: „In Zukunft müssen die DB AG, GDL und EVG zusammen mit der Politik am Verhandlungstisch zu einer nachhaltigen gemeinsamen Lösung kommen, damit wir keine weiteren Bahnstreiks haben.“ Der Pro-Bahn-Vorsitzende fürchtet, dass es weitere Streik geben könnte, weil die zweite Bahngewerkschaft EVG nachverhandeln könnte. „Die EVG hat einen denkbar schlechten Vertrag mit der Deutschen Bahn abgeschlossen. Unterm Strich ist das eine Lohnkürzung“, sagt Neuß dem RND. Er warnt: Wenn es zu Nachverhandlungen kommen würde, seien neue Streiks bei der Bahn nicht ausgeschlossen.

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Pro Bahn ist der Ansicht, dass die Akzeptanz in der Bevölkerung für weitere Streiks abnimmt. Je länger der Streit sich hinzieht, umso geringer sei die Unterstützung der Fahrgäste. „Ich schätze, dass etwa die Hälfte der Fahrgäste noch Verständnis für den Streik haben, die andere Hälfte schon nicht mehr“, so Neuß. Mit jedem Streiktag sinke das Verständnis der Fahrgäste weiter.

Bahnverkehr nach Streik weitgehend normal

Nach den beiden Streiktagen ist der Bahnverkehr am Morgen weitgehend normal gestartet, teilte die Bahn mit. Im Fern- und im Regionalverkehr sowie bei den S-Bahnen sollte wieder das komplette Fahrplanangebot gelten. „Die Bahnhöfe füllen sich, die Züge füllen sich“, heißt es von der Bahn.

Nach Zahlen des Bahnkonzerns hatten sich insgesamt knapp 8.500 Beschäftigte an dem Ausstand beteiligt. Die GDL sprach am Mittwoch von mehr als 10.000 Streikenden während des gesamten Zeitraums des Arbeitskampfes.

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