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Nach Wahlerfolgen in NRW - Jetzt wollen die Grünen Platz eins

  • Die Grünen regieren in Nordrhein-Westfalen künftig große Universitätsstädte.
  • Zugleich wenden sie sich auch an Rhein und Ruhr immer stärker von der SPD ab.
  • Am Ende wäre Schwarz-Grün auf Bundesebene nur logisch, kommentiert Markus Decker.
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Die Grünen waren am Sonntag aus dem Häuschen – man könnte kalauernd sagen: “aus dem Rathäuschen”. Die Ökopartei hat die Stichwahlen in bedeutenden nordrhein-westfälischen Städten für sich entschieden. Aachen, Wohnort des CDU-Ministerpräsidenten Armin Laschet, wird jetzt ebenso von einer grünen Frau regiert wie der Noch-Regierungssitz Bonn. In Wuppertal wird ein grüner Mann Oberbürgermeister. In Münster verpassten die Grünen den Sieg nur knapp. In Köln unterstützten sie gemeinsam mit der CDU erfolgreich die parteilose Henriette Reker. Auch in Dortmund kämpften Grüne Seit' an Seite mit der CDU – für den weltoffenen Andreas Hollstein und gegen die SPD. Hier reichte es nicht.

Die Grünen werden neben Christ- und Sozialdemokraten zur dritten großen Kraft im Land. Und sie werden beiden Parteien gefährlich. Dabei sind die grünen Chancen in bürgerlichen Universitätsstädten wie Aachen und Bonn am größten. Dass vielerorts Frauen obsiegen, hat wesentlich damit zu tun, dass der Frauenanteil in ihren Reihen hoch ist. Nach einer Schwächephase zu Beginn der Corona-Krise erstarken die Grünen jedenfalls aufs Neue. Das ist in erster Linie der Klimakrise geschuldet, gegen die sich gerade auf kommunaler Ebene viel tun lässt – etwa beim Verkehr.

Immer sichtbarer wird dabei, wie sich die einst selbstverständlichen Bande zwischen Grünen und Sozialdemokraten lösen. Die Hinwendung zur CDU ist ein Prozess, der in vielen Landtagen ebenfalls zu beobachten ist und an dessen Ende eine schwarz-grüne Koalition im Bund nur logisch erscheint. Dabei ist diese Hinwendung nie inhaltlich begründet worden. Sie ist machtpolitisch motiviert.

Als die Grünen vor 40 Jahren anfingen, setzten sie auf größtmögliche Entfernung zu den “etablierten Parteien”. Heute wollen sie Platz eins. Und oft bekommen sie ihn auch.

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