WHO: Scharfe Kritik aus Bundesregierung an Trumps Austrittsdrohung

  • US-Präsident Donald Trump droht der Weltgesundheitsorganisation nicht mehr bloß mit Zahlungsstopp, sondern auch mit Austritt.
  • Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung nennt diese Schritte “unverantwortlich".
  • Der CDU-Politiker Peter Beyer appelliert an die Kooperationsbereitschaft der USA - sie sei im Interesse Washingtons.
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Berlin. Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Peter Beyer, hat die Austrittsdrohung von US-Präsident Donald Trump gegenüber der Weltgesundheitsorganisation WHO scharf kritisiert. „Es ist selten ratsam, eine multilaterale Organisation zu verlassen – schon gar nicht während einer weltweiten Krise. Nationale Alleingänge bringen in dieser Lage nichts“, sagte der CDU-Politiker dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Beyer appellierte an die Bereitschaft Washingtons zur Zusammenarbeit: „Bei aller berechtigten Kritik an der WHO und aller berechtigten Skepsis gegenüber China: Die USA müssen weiter mit der Weltgesundheitsorganisation kooperieren, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Und auch, um ihre eigenen Einflussmöglichkeiten nicht zu verlieren“, mahnte der CDU-Bundestagsabgeordnete.

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Beyer warf Trump wahltaktische Motive für seine Drohungen gegen die WHO vor: „Ein Zahlungsstopp und der Austritt aus der WHO wären unverantwortlich – und vor allem innenpolitisch und mit der Anti-China-Agenda eines Präsidenten im Wahlkampf zu erklären“, sagte er dem RND.

Zuvor hatte Trump im Konflikt mit China der WHO mit Austritt gedroht. Sollte sich die WHO innerhalb der kommenden 30 Tage nicht zu „wesentlichen Verbesserungen“ verpflichten, werde er die US-Zahlungen an die Organisation endgültig einstellen und die Mitgliedschaft der USA in der Organisation überdenken, heißt es in einem Schreiben Trumps an den WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus.

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Trump droht WHO mit Austritt
1:37 min
Trump veröffentlichte auf Twitter ein Schreiben, in dem er die WHO zur „sofortigen Besserung“ aufforderte.  © Marina Kormbaki/Reuters
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Trump veröffentlichte den Brief am Montagabend (Ortszeit) nach dem ersten Tag der Jahresversammlung der WHO-Mitgliedsländer, an dem er selbst nicht teilgenommen hatte. Er wirft der WHO China-Hörigkeit vor.


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