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Nach Stuttgarter Corona-Demo: Parteien fordern schärfere Auflagen

  • Am Karsamstag haben in Stuttgart zeitweise bis zu 15.000 Menschen größtenteils ohne Masken und Mindestabstand gegen die Corona-Auflagen demonstriert.
  • Im Innenausschuss des baden-württembergischen Landtags wurde nun die Bedeutung des Demonstrationsrechts betont.
  • Doch Abgeordnete und Minister verurteilten auch die von der Stadt Stuttgart erteilte Erlaubnis für die Demonstration.
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Stuttgart. Nach den Protesten gegen die Corona-Auflagen am Karsamstag in Stuttgart haben Politiker mehrerer Parteien schärfere Auflagen und Verbote bei weiteren Demonstrationen gefordert.

Im Innenausschuss des baden-württembergischen Landtags wurde zwar die Bedeutung des Demonstrationsrechts betont. Abgeordnete und Minister verurteilten aber auch die von der Stadt Stuttgart erteilte Erlaubnis für die Demonstration auf dem Cannstatter Wasen und brachten eine strengere Auslegung oder sogar Änderung der Coronaverordnung ins Spiel.

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„Querdenker“-Demo in Stuttgart: Andrang größer als erwartet
1:13 min
Tausende Menschen demonstrieren in Stuttgart gegen die Corona-Auflagen. Im Vorfeld waren die Behörden von 2500 Teilnehmern ausgegangen.  © Reuters
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Sozialminister Manne Lucha (Grüne) erneuerte seine scharfe Kritik an der Stadtverwaltung. Die Demonstration hätte nach seiner Einschätzung durchaus verboten werden können, sagte er. „Ein Verbot auf Grundlage des Versammlungsgesetzes hätte nach den vorliegenden Informationen grundsätzlich ausgesprochen werden können, sofern zum Zeitpunkt der Entscheidung davon auszugehen war, dass nach den erkennbaren Umständen des Einzelfalls die öffentliche Sicherheit oder Ordnung bei Durchführung der Versammlung unmittelbar gefährdet würde“, sagte Lucha.

Innenminister Strobl fordert strenge Auflagen für weitere Proteste

Innenminister Thomas Strobl (CDU) forderte im Ausschuss strenge Auflagen für ähnliche weitere Proteste. „Ein Verlauf wie am Karsamstag in Stuttgart mit kollektiven Verstößen gegen die Abstands- und Hygieneregeln darf sich nicht wiederholen.“

Der Protest an Karsamstag war von der „Querdenken“-Bewegung angemeldet worden. Auf dem Cannstatter Wasen hatten sich zeitweise bis zu 15 000 Menschen größtenteils ohne Masken und Mindestabstand versammelt und die Stadt in große Erklärungsnot gebracht.

Stuttgarts Oberbürgermeister Frank Nopper verteidigte erneut die Erlaubnis für die ausgeuferte Demonstration und verwies im Innenausschuss auf die rechtlichen Vorgaben. Es habe im Fall des Massenprotests am Karsamstag keine Voraussetzung für ein Versammlungsverbot vorgelegen. Die Erfahrungen vom Osterwochenende zeigten jedoch, dass es eine „Radikalisierung der sogenannten Querdenker“ gegeben habe.

RND/dpa

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