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Nach Protesten: Boliviens Präsident Morales kündigt Neuwahlen an

  • Seit Wochen gehen in Bolivien die Menschen auf die Straße.
  • Der Grund: Die Opposition wirft Präsident Morales Wahlbetrug vor.
  • Dieser kündigte nun Neuwahlen an.
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La Paz. Nach wochenlangen Protesten hat Boliviens Staatspräsident Evo Morales Neuwahlen angekündigt. „Ich habe beschlossen, neue nationale Wahlen auszurufen, damit das bolivianische Volk seine neuen Regierung auf demokratische Weise wählen kann“, sagte er nach Angaben der bolivianischen Nachrichtenagentur ABI am Sonntag.

Internationale Beobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hätten zuvor das Ergebnis der Wahlen von Ende Oktober in Frage gestellt, berichteten CNN und BBC am Sonntag, die zuerst über die Neuwahlen berichtet hatten.

Seit Wochen kommt es in Bolivien zu Zusammenstößen zwischen Gegnern und Anhängern des indigenen Präsidenten. Zuletzt hatten auch Polizisten gegen den Präsidenten gemeutert und Regierungsgegner zwei staatliche TV-Sender besetzt.

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Der Präsident hatte nach Angaben der Wahlbehörden am 20. Oktober mit 47,08 Prozent der Stimmen gegen seinen Herausforderer Carlos Mesa (36,51 Prozent) gewonnen. Die Opposition wirft der Regierung Wahlbetrug vor.

Morales ist der dienstälteste Präsident des Kontinents. Bereits seit 2006 leitet der frühere Koka-Bauer die Geschicke Boliviens. Er sprach zuletzt von einem Putschversuch gewalttätiger Gruppen. Berichten zufolge rebellierten in mehreren Regionen des Landes auch Polizisten gegen ihn. Der Oppositionsführer Luis Fernando Camacho dankte der Polizei auf Twitter dafür, dass sie auf der Seite des Volkes stehe.

Zwar floriert Bolivien unter dem linken Präsidenten, die Förderung von Gas und Lithium bescherte dem Armenhaus Südamerikas zeitweise Wachstumsraten von mehr als sechs Prozent. Doch das zunehmend selbstherrliche und autoritäre Gehabe des indigenen Staatschefs stößt immer mehr Bolivianern bitter auf. Vor allem die Menschen im wirtschaftlich starken Osten des Landes fühlen sich von Morales über den Tisch gezogen.

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Papst Franziskus mahnte angesichts des Konflikts zur Besonnenheit. Franziskus stammt aus Argentinien, dem südlichen Nachbarland Boliviens. Das Oberhaupt der katholischen Kirche sprach am Sonntag nach dem traditionellen Angelus-Gebet vor Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom.

RND/dpa