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Dürren, Hitze, Fluten und Stürme

Nach Bericht des Weltklimarats: Koalition will mehr Geld für Anpassung einsetzen

Brasilien, Belterra: An einer Wegekreuzung steht ein Stück Amazonasregenwald neben Sojafeldern.

Berlin. Der im aktuellen Bericht des Weltklimarats IPCC verdeutlichte Anpassungsdruck an Folgen des Klimawandels wie Starkregen, Hitzewellen und andere Extremwetterereignisse erhöht den Handlungsdruck auf die Politik – auch in Deutschland.

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Der amtierende Präsident der Weltklimakonferenz, Alok Sharma, rief alle Staaten dazu auf, ihre Klimaziele nachzuschärfen. Die Länder müssten ihre Ziele für das Jahr 2030 erhöhen und sie dringend umsetzen, schrieb Sharma mit seinem ägyptischen Nachfolger Sameh Shoukry und der UN-Klimachefin Patricia Espinosa am Montag in einem gemeinsamen Statement.

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Umweltministerin Lemke kündigt Sofortprogramm an

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SPD-Klima- und Energiepolitikerin Nina Scheer sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), auch die Folgen des russischen Kriegs gegen die Ukraine mahnten, die globale Abhängigkeit von fossilen Energien so schnell wie möglich zu beenden.

„Nur mit dem beschleunigten und vollständigen Umstieg auf erneuerbare Energien können die Klimaschutzziele von 1,5 Grad und ein resilientes Energiesystem erreicht werden“, so Scheer. „Der Fokus muss neben dem massiv zu beschleunigenden Ausbau erneuerbarer Energien, Speichern und Netzen auch verstärkt auch auf Klimaanpassungsstrategien gelegt werden.“

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Grüne: Mehr Geld einplanen

Die Obfrau der Grünen im Bundestagsklimaauschuss, Lisa Badum, sagte dem RND, der „schrittweise Kollaps unseres Klima- und Ökosystems ist erschütternd und muss uns alle wachrütteln“. Wenn Deutschland sich weiter an die Fossilen fessele, werde dies die Klimakrise verschlimmern.

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„Wir können unsere Freiheit nur durch unabhängige Energieversorgung aus Wind und Sonne sichern. Unsere Maßnahmen müssen ehrgeiziger werden, denn wir leben in einer neuen Welt.“ Deutschland müsse nun mehr Geld als bisher geplant für die Finanzierung von erneuerbaren Energien, CO₂-Differenzverträge und Energieeinsparmaßnahmen einplanen, so Badum.

Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas bis 2035

Christiane Averbeck von der Klima-Allianz Deutschland forderte die Bundesregierung auf, „die diesjährige G7-Präsidentschaft dafür zu nutzen, dass sich alle G7-Staaten auf dem Gipfel verpflichten, die Stromerzeugung aus Kohle, Öl und Gas bis 2035 zu beenden“.

Die Geschäftsführerin des Bundes für Umwelt und Natur (BUND), Antje von Broock, sagte: „Kanzler Olaf Scholz hat mit Blick auf den Krieg in der Ukraine von einer Zeitenwende gesprochen. Auch angesichts der Klimakrise stehen wir an solch einem Wendepunkt.“

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Der Präsident des Naturschutzbunds (Nabu), Jörg-Andreas Krüger, sagte dem RND zum IPCC-Bericht: „Von A wie Ahrtal bis Z wie Zeynap sind die Folgen der Klimakrise mit voller Wucht bei uns angekommen. Die Frage ist, wie wir uns jetzt für die Zukunft aufstellen.“

Synergieeffekte von Natur und Klimaschutz

Entsiegelung und Renaturierung von Flüssen und Auen würden dabei helfen, die Folgen von Extremwetterereignissen zu lindern, so Krüger. „Gesunde Wälder und Moore binden zusätzlich große Mengen CO₂. Diese Synergieeffekte von Natur, Klimaschutz und Klimaanpassung haben Bund und Länder bislang nicht genutzt.“

Die Klimaaktivistin Luisa Neubauer von Fridays for Future erinnerte daran, dass schon lange bekannt sei, was der IPCC-Bericht beschreibe. „Kaum ein Land auf der Welt, inklusive Deutschland, ist vor den Klimagefahren, wie Dürren, Hitze, Fluten und Stürmen, ausreichend geschützt. Und heute sehen wir, dass fossile Energien auch Kriege finanzieren und befeuern“, sagte Neubauer dem RND.

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Die fossilen Systeme hinter den weltweiten Krisen und Katastrophen seien nicht mehr tragbar. „Wir haben Alternativen, nutzten wir sie. Erneuerbare Energien sind nicht nur Freiheitsenergien – sie sind Friedensenergien. Wir erleben einen Menschheitsmoment, es sind große Taten und historische Kehrtwenden raus aus den Fossilen gefragt. Wenn nicht jetzt, wann dann?“

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