Nach den Oscars ist vor dem Impfgipfel

  • Vor wichtigen Entscheidungen können wir auch in dieser Woche nicht weglaufen.
  • Am heutigen Montag treffen sich Bund und Länder erneut, um die deutsche Impfkampagne zu diskutieren.
  • Auch viele Schauspieler, Regisseure oder Produzenten dürften eine der wichtigsten Nächte ihres Lebens hinter sich haben.
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

eine Parallele hat der Start in diese Woche mit der vergangenen: Es wird wieder spannend. Doch in dieser Woche geht es nicht um offene Personalfragen in der Politik. Es geht um die große Frage: Wie geht es weiter mit dem Impfen in Deutschland?

Dafür kommen die Vertreter von Bund und Ländern am heutigen Montag endlich wieder zu einem großen Videogipfel zusammen. Und, wie sollte es anders sein, bereits ein paar Tage vor dem Aufeinandertreffen positionieren sich die Ministerpräsidenten und steigen mit ihren schlagfertigen Argumenten in den Ring.

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So wünscht sich Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin, Manuela Schwesig (SPD), den Einsatz von mehr mobilen Impfteams der Bundeswehr. Sachsens Michael Kretschmer (CDU) würde die Impfpriorisierung gern schon im Mai aufheben, was Markus Söder (CSU) genauso sieht. Der bayerische Ministerpräsident ist allerdings noch einen Schritt weiter. Der CSU-Politiker würde am liebsten gleich alle Menschen ab 16 Jahren impfen – sollte genügend Impfstoff vorhanden sein, versteht sich.

Video
Corona-Impfungen: Bald Lockerungen für Geimpfte?
1:10 min
Wer vollständig gegen das Coronavirus geimpft oder von einer Covid-19-Erkrankung genesen ist, kann auf Lockerungen von Beschränkungen hoffen.  © dpa

Dass auf diese Aussage auch Gegenrede trifft, dürfte niemanden überraschen. In diesem Fall ist es Daniel Günther (CDU), Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, der die Vakzine vorerst noch nicht für alle Altersgruppen freigeben möchte. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn betonte im Zuge einer Pressekonferenz vergangenen Freitag mit energischem Unterton, dass eine Freigabe erst im Laufe des Junis erfolgen könnte.

Es dürfte also wieder hitzig werden. Denn neben der Impfpriorisierung steht ein weiterer großer Streitpunkt im Raum: Was dürfen Menschen, die vollständig immunisiert sind? Während sich monatelang viele zurückhaltend oder gar nicht zu dieser Frage geäußert haben, werden Erleichterungen für Geimpfte – und auch Genesene – nun immer wahrscheinlicher. Kein Test mehr vor dem Einkaufen, keine Quarantänepflicht mehr und Ausnahmen bei den Ausgangs­beschränkungen: Die Pläne der Bundesregierung dürfte vielen wie Musik in den Ohren klingen. Denn ein wenig Freiheit und Entspannung scheint zum Greifen nah – vielleicht so nah wie niemals zuvor.

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Somit ist der Start in diese Woche vielleicht sogar ein wenig wichtiger als der in die vergangene. Denn im Fokus stehen nicht vier mögliche Kanzlerkandidaten, sondern unmittelbar und direkt die Frage, wie es für uns alle in diesem Jahr weitergehen könnte.

Die Oscarnacht

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Die Verleihung der Academy stand im Zeichen der Diversität: Die aus China stammende Filmemacherin Chloé Zhao bekam die Regietrophäe für das Roadmovie „Nomadland“. Der Film ist mit drei Oscars in Hauptkategorien der Gewinner dieses Jahres: Das Werk wurde zum besten Film gekürt und Frances McDormand erhielt den Preis für die beste weibliche Hauptrolle.

„Nomadland“ erzählt von einer Frau, die aus wirtschaftlicher Not ihr Hab und Gut in ein Auto lädt und als Nomadin durch die USA zieht. Mit Zhao wurde erst zum zweiten Mal in der 93-jährigen Oscargeschichte eine Frau mit dem Regieoscar geehrt.

Die deutschen Oscarhoffnungen erfüllten sich diesmal nicht, obwohl gleich drei deutsche Koproduktionen im Rennen waren. Den Auslandsoscar sicherte sich die dänische Sozialsatire „Der Rausch“ von Regisseur Thomas Vinterberg. Darin spielt Mads Mikkelsen einen von vier Lehrern, die ein Trinkexperiment beginnen, das bald außer Kontrolle gerät.

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Zitat des Tages

Ende Mai sollten wir in der Lage sein, belastbare Aussagen zu treffen. Ich will, dass wir als Regierung dann klare und mutige Öffnungsschritte für den Sommer festlegen.

Olaf Scholz (SPD), Bundesfinanzminister
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Leseempfehlungen

ADHS gilt auch heute noch als Kinderkrankheit, dabei leiden auch Erwachsene noch an der Störung. Aimo Nyland war 39 Jahre alt, als er erfuhr, dass er an der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung erkrankt ist. Wie sich das Leben von Nyland durch die Diagnose veränderte, hat Kira von der Brelie aufgeschrieben.

Was sollte zum Schutz der Ozeane getan werden? Die Meeresbiologin Julia Schnetzer hat mit „Wenn Haie leuchten“ ein Buch über die geheimnisvolle Welt der Meere geschrieben. Im Interview mit unserem Autor Birk Grüling spricht sie über unsere Faszination für Meere und deren Schutzbedürftigkeit.

­Aus unserem Netzwerk: Impfbrücke für die Region Hannover

Immer wieder versprechen digitale Anwendungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie Abhilfe. Den Prozess der Covid-19-Impfungen zu optimieren ist Ziel der sogenannten Impfbrücke. Die Software hilft dabei, der Verschwendung von Impfstoff entgegenzuwirken. Das Konzept: Aus einer Liste von Freiwilligen aus der jeweils priorisierten Gruppe werden per Zufallsgenerator Personen ausgewählt. Sie haben noch am selben Tag die Möglichkeit, sich übrig gebliebenen Impfstoff spritzen zu lassen. Im Interview mit der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ) erklären die Entwickler, wie die Software funktioniert – und welche Pläne sie noch haben.

Termine des Tages

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Die Ukraine gedenkt der Opfer der verheerenden Explosion im damals noch sowjetischen Atomkraftwerk Tschernobyl am 26. April 1986. Größere Veranstaltungen zum 35. Jahrestag sind wegen der Corona-Pandemie aber nicht geplant. Das Unglück gilt als die größte Atomkatastrophe der zivilen Nutzung der Kernkraft.

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier trifft seinen französischen Amtskollegen Emmanuel Macron im Élysée-Palast. Später ist eine Gesprächsrunde mit Vertretern der französischen Zivilgesellschaft vorgesehen.

Wer heute wichtig wird

„Guten Abend, meine sehr verehrten Damen und Herren“: Heute Abend um 20 Uhr wird Linda Zervakis zum letzten Mal die Hauptausgabe der „Tagesschau“ moderieren. Wie es danach für die 45-jährige Nachrichtensprecherin beruflich weitergeht, ist noch offen. Einem Medienbericht zufolge soll sie beim Sender Pro Sieben im Gespräch sein. © Quelle: NDR/Thorsten Jander (M)

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Die News zum Hören

Wir wünschen Ihnen einen guten Start in die Woche,

Ihre Chantal Ranke

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