Nach dem Gipfel ist vor dem Gipfel

  • Kaum ist das Treffen der G 7 zu Ende, kommen in Brüssel erneut zahlreiche Staatschefinnen und Staatschefs zusammen.
  • Auf der Tagesordnung des Nato-Gipfels steht unter anderem die Frage nach höheren Verteidigungs­ausgaben Europas.
  • Über dem Gipfel steht die bange Frage, ob auch die Nato ein Signal großer Gemeinsamkeit senden kann.
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Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

kaum ist der G‑7-Gipfel in Cornwall beendet, steht auch schon das nächste große Treffen an. Heute kommen die Staats- und Regierungschefs der 30 Nato-Mitgliedsstaaten in Brüssel zusammen. Joe Biden scheint seinen ersten Besuch als amtierender US-Präsident in Europa so effizient wie möglich nutzen zu wollen.

Ein erstes Ziel hat Biden bereits erreicht. Er war nach Cornwall gereist, „um den alten Geist der G 7 als Wertegemeinschaft zu beschwören, den sein Vorgänger zerstört hatte“, wie Eva Quadbeck, stellvertretende RND-Chefredakteurin und Leiterin des Berliner Büros, schreibt. „Bei den Europäern rennt er da offene Türen ein.“

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Das Ergebnis des Gipfels ist ein Abschluss­dokument mit vielen Versprechungen, Verantwortung in der Welt übernehmen zu wollen. Ein Schulterschluss der Demokraten. Aber wenn die G 7 weiter global ernst genommen werden will, „müssen jetzt schnell und spürbar Taten folgen“, kommentiert Quadbeck in ihrem Leitartikel.

Vollmundige Ankündigungen – aber werden auch Taten folgen? Mitglieder der Gruppe Extinction Rebellion demonstrieren am Sonntag am Strand von Saint Ives im britischen Cornwall in der Hoffnung, die Staatenlenker auf die Folgen des Klimawandels aufmerksam zu machen. © Quelle: Getty Images

Konsequenz im Umgang mit China

Aber Biden sucht nicht nur den Schlulterschluss mit Europa, er fordert auch viel von seinen Verbündeten. In Cornwall war das eine gemeinsame Linie gegenüber China. Unfaire Handelspraktiken, Menschrechts­verletzungen, Umweltsünden und das harte Durchgreifen in Hongkong: Nie zuvor hat die G 7 eine so deutliche Kritik an China in ihr Abschluss­kommuniqué geschrieben.

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In Brüssel dürfte Biden von seinen europäischen Verbündeten vor allem höhere Verteidigungs­ausgaben und mehr Engagement für das gemeinsame Verteidigungs­bündnis fordern. Wie so viele seiner Amtsvorgänger vor ihm. Brüssel-Korrespondent Damir Fras hat aufgeschrieben, welche weiteren Punkte heute auf der Tagesordnung stehen.

Wie geht es weiter in der Türkei-Frage?

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Einer, für den der heutige Tag unbequem werden könnte, ist der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan. Seit Bidens Amtsantritt weht ihm ein scharfer Wind aus Washington entgegen. Vom gemeinsamen Treffen könnte abhängen, ob die USA Sanktionen gegen die Türkei verhängen, die das wirtschaftlich angeschlagene Land hart treffen würden.

Die EU hingegen hofft, dass ein starker Bruch mit der Türkei vermieden werden kann – sie braucht das Land, nicht zuletzt als Partner in der Migrationspolitik. Türkei-Korrespondent Gerd Höhler hat die komplizierte politische Ausgangslage vor dem heutigen Treffen aufgeschlüsselt.

Es bleibt abzuwarten, ob auch von Brüssel ein Signal der Gemeinsamkeit ausgehen wird.

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Jury gibt „Kinderspiel des Jahres 2021″ bekannt: Die kindgerechte Adaption des beliebten Erwachsenenspiels „Kingdomino“, eine kreative Geschichtenreise durch die Fabelwelt oder die Detektivjagd nach einem Gauner in London: Heute um 10.30 Uhr kürt der Verein Spiel des Jahres in Hamburg das „Kinderspiel des Jahres 2021″.

Wer heute wichtig wird

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Der Podcast des Tages

Alles Gute, Christian Eriksen! Jeder andere Titel würde den schrecklichen Ereignissen beim Spiel Dänemark gegen Finnland nicht gerecht werden, dennoch geht es in der ersten EM-Zusatzfolge natürlich auch um die letzten Fragezeichen von Bundestrainer Joachim Löw vor dem Knaller gegen Frankreich. Im Fokus: unter anderem Leroy Sané, Kai Havertz und Joshua Kimmich.

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Ihr Paul Berten

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