• Startseite
  • Politik
  • Nach Biden-Sieg: Deutsche sehen Amerikaner wieder in besserem Licht

Nach Biden-Sieg: Deutsche sehen Amerikaner wieder in besserem Licht

  • Eine aktuelle Umfrage belegt: Die Deutschen setzen darauf, dass sich das transatlantische Verhältnis mit dem neuen US-Präsident Joe Biden verbessert.
  • Im letzten Amtsjahr von Donald Trump hat sich die transatlantische Beziehungskrise noch verschärft.
  • Die Amerikaner glauben allerdings weiter, dass das Verhältnis zu Deutschland gut sei.
|
Anzeige
Anzeige

Brüssel. Das letzte Amtsjahr von US-Präsident Donald Trump markiert den vorläufigen Tiefpunkt der transatlantischen Beziehungskrise. Fast jeder achte von zehn Deutschen ist der Ansicht, dass die Beziehungen zu den USA schlecht sind. So hoch war dieser Wert noch nie seit dem Amtsantritt des Populisten vor fast vier Jahren. Auf der anderen Seite des Atlantiks ist das Bild spiegelverkehrt. Fast Dreiviertel der US-Amerikaner finden, dass ihr Land gute Beziehungen zu Deutschland hat.

Das geht aus einer Umfrage des Pew Research Centers aus den USA und der deutschen Körber-Stiftung hervor, die am Montag veröffentlicht wurde. Zumindest die Sicht der Deutschen auf die USA dürfte im kommenden Jahr aller Voraussicht nach besser werden. Denn die Umfrage fand bereits im September statt. Die Abwahl Trumps und der Wahlsieg des Demokraten Joe Biden sind darin nicht berücksichtigt.

Anzeige

Frust über die Jahre gewachsen

Biden hat aber bereits angekündigt, die internationale Zusammenarbeit verbessern zu wollen. Das dürfte sich positiv auf die Sympathiewerte der USA in der Welt auswirken. Eine Nachbefragung vom 6. bis zum 10. November in Deutschland, also nach der US-Wahl, belegte das. Sagten im September nur zehn Prozent der Deutschen, dass die USA der wichtigste Partner in der Außenpolitik seien, waren es im November bereits 23 Prozent.

Über die Jahre ist die Frustration der Deutschen über das Verhältnis zu den USA ständig gestiegen. 2017 lag der Wert bei 56 Prozent, 2018 waren es bereits 73 Prozent. Ein Jahr später sagten das zwar nur noch 64 Prozent der Befragten in Deutschland. Doch eine Trendwende war das nicht. Denn im Jahr 2020 sagten wieder 79 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer, dass das transatlantische Verhältnis schlecht sei.

Die Wahrnehmung der Amerikaner blieb dagegen konstant auf einem hohen Niveau. 2017 bezeichneten 68 Prozent der Befragten in den USA die Beziehungen zu Deutschland als gut, 2018 waren es 70 Prozent und 2019 schon 75 Prozent. Dieser Wert sank laut aktueller Umfrage nur leicht auf 74 Prozent im Jahr 2020.

Anzeige

Besonders stark gehen die Meinungen auseinander, wenn es um die Frage geht, ob das jeweils andere Land als Partner für die Lösung großer Probleme wahrgenommen wird. 76 Prozent der Amerikaner glauben, dass Deutschland ein wichtiger Partner im Kampf gegen die Umweltzerstörung ist. In Deutschland sagen das nur zwölf Prozent von den USA. Das könnte sich in Zukunft verschieben, wenn die USA – wie von Biden angekündigt – wieder dem Pariser Klimaabkommen beitreten.

Anzeige

Truppenabzug ohne große Auswirkung

Ähnliches könnte geschehen, sollten sich die USA unter Biden mehr für den Schutz von Demokratie und Menschenrechten in der Welt einsetzen. Die Umfrage zeigt auch in diesem Punkt starke Unterschiede. In den USA glauben 75 Prozent der Befragten, Deutschland sei ein Partner. In Deutschland sagen das nur 38 Prozent von den USA.

Die Ankündigung Trumps, 12.000 US-Soldaten aus Deutschland abzuziehen, scheint sich nicht besonders stark auf das Bild der Deutschen von den USA ausgewirkt zu haben. 54 Prozent der Befragten sagen, die USA seien ein Partner, wenn es um die Sicherheit in Europa gehe.

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen