Nach Austritt: Schlammschlacht um Ex-AfD-Abgeordneten

  • Aus Protest gegen den wachsenden Einfluss von Björn Höckes „Flügel“ ist der sächsische AfD-Bundestagsabgeordnete Lars Herrmann aus Fraktion und Partei ausgetreten.
  • Die AfD schlägt nun zurück – Herrmann solle dem Landesverband mehrere Tausend Euro schulden.
  • Der Polizist streitet die Vorwürfe ab, es gebe keine Schulden.
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Berlin. Nach dem Austritt des sächsischen AfD-Bundestagsabgeordneten Lars Herrmann aus Partei und Fraktion erhebt die AfD schwere Vorwürfe gegen ihn. Herrmann solle dem Landesverband mehrere Tausend Euro schulden.

„Mit seinem Austritt kam Lars Herrmann einem Parteiordnungsverfahren zuvor. Er schuldet seinem Kreisverband rund 4500 Euro“, verbreitet der Bundestagsabgeordnete und Vize-AfD-Landesvorsitzende Siegbert Droese per Pressemitteilung der Sachsen-AfD.

Herrmann hat seine Mandatsträgerabgabe nicht gezahlt

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Landesschatzmeister Carsten Hütter sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND), Herrmann habe im Frühjahr ohne Vorwarnung die Zahlung der Mandatsträgerabgabe von 1000 Euro im Monat eingestellt. Herrmann bestätigt das dem RND, sagt aber, er habe das Ende der Zahlungen per Mail angekündigt.

Die Mandatsträgerabgabe ist eine Zahlung aus den Abgeordnetendiäten an die Partei, zu der sich die Kandidaten verpflichtet haben. Die Partei hat aber keinen rechtlichen Anspruch darauf. Von „Schulden“ zu reden, wie es Droese tut, trifft daher nicht den Sachverhalt.

Herrmann, der Polizeibeamter ist, legt Wert darauf, nicht aus finanzieller Bedrängnis die Zahlungen eingestellt zu haben. Anscheinend hat der jetzt ausgetretene Höcke-Gegner bereits im Frühjahr die Entscheidung getroffen, seinen „Flügel“-lastigen Kreisverband Landkreis Leipzig und die Sachsen-AfD nicht mehr finanziell zu unterstützen.

Der „Welt“ sagte er: „Mein neuer Kreisvorstand besteht aus 100 Prozent ‚Flügel‘-Anhängern, und auch im Landesvorstand hat der ‚Flügel‘ einen wesentlichen Einfluss. Ich muss handeln, wenn das Bundesamt für Verfassungsschutz die Mitglieder des ‚Flügels‘ als extremistisch einstuft, schon aus meiner Beamtenpflicht heraus.“


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