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Nach Anschlag: Kiez-Döner in Halle kämpft um Existenz – Jüdische Studierendenunion hilft

  • Seit dem Attentat vom 9. Oktober 2019 ist für Ismet und Rifat Tekin nichts mehr wie früher.
  • Die Imbissbetreiber in Halle sind traumatisiert – und finanzielle Sorgen kommen hinzu.
  • Jetzt erfahren sie beispielhafte Hilfe – von Leidensgenossen.
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Halle (Saale). Ismet Tekin will eigentlich keine Spenden bekommen. Der Betreiber des “Kiez-Döner” in Halle will viel lieber sein altes Leben zurück. Das Leben vor dem 9. Oktober 2019, als der Rechtsterrorist Stephan B. in den Imbiss stürmte, um sich schoss und den 20-jährigen Kevin S. tötete.

“Wir sind keine Bettler”, sagt Tekin, dem der Laden nun zusammen mit seinem Bruder Rifat gehört, “wir wollen arbeiten.” Aber der Laden kämpft um seine Existenz. Die Lage ist offenbar ernst, der Imbiss soll finanzielle Probleme haben. Mit einem Flyer richten sich die Betreiber İsmet und Rıfat Tekin nun an die Hallenser.

Trotz vieler Versuche: Keine Kunden mehr für den Kiez-Döner

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Sie schreiben: “Seit einigen Monaten ist nicht mehr so viel los wie früher. Uns fehlt der viele Betrieb im Laden, um wieder in einen normalen Alltag zu kommen. Wir wollen den Kiez-Döner erhalten – das geht nur mit euch!”

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Die Imbissbetreiber haben schon viel versucht. Seit ein paar Wochen gibt es eine deutlich erweiterte Speisekarte mit vielen veganen Gerichten und neuen Getränken. Außerdem kann man inzwischen telefonisch eine Bestellung abgeben und sie zum Wunschzeitpunkt abholen. Aber die Kunden bleiben trotzdem aus.

Hilfe aus der jüdischen Gemeinde für den Kiez-Döner

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Ismet Tekin verfolgt jeden Prozesstag in Magdeburg gegen den Attentäter. Und nun erfährt er Solidarität von den anderen Nebenklägern, jungen Juden, die das erste Ziel des Rechtsterroristen werden sollten. Sie feierten in der Synagoge den Jom-Kippur-Gottesdienst. Der Attentäter scheiterte an der Tür, erschoss die Passantin Jana L., fuhr dann zum “Kiez-Döner” und mordete weiter.

Die Jüdische Studierendenunion Deutschland (JSUD) hat nun eine Spendenaktion ins Leben gerufen, um dem Kiez-Döner zu helfen.

“Wir, als Jüdische Studierendenunion, glauben an eine multikulturelle Gesellschaft in diesem Land. Wir glauben an ein friedliches Zusammenleben, unabhängig von Religion, Nationalität oder Hautfarbe”, schreibt die JSUD zu der Kampagne. Nach einem Tag sind bereits mehr als 3500 Euro zusammengekommen. Das Geld soll direkt an den Kiez-Döner gehen.

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“Bitte spendet, um Ismets Geschäft zu helfen. Er ist ein unglaublich anständiger Mensch in einer Welt, die verrückt geworden ist”, schreibt der Berliner Rabbiner Jeremy Borovitz, einer der Nebenkläger im Prozess um den Anschlag vom 9. Oktober 2019.



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