• Startseite
  • Politik
  • Nach Ankündigung von US-Truppenabzug: Enttäuschung in Afghanistan

Nach Ankündigung von US-Truppenabzug: Enttäuschung in Afghanistan

  • US-Präsident Joe Biden will die amerikanischen Truppen in Afghanistan bis zum 11. September abziehen.
  • Das stößt bei afghanischen Offiziellen auf Enttäuschung.
  • Eine offizielle Reaktion des Präsidentenpalasts stand aber noch aus.
Anzeige
Anzeige

Kabul. Afghanische Offizielle haben ihre Enttäuschung über den bedingungslosen Abzug der US-Truppen binnen weniger Monate zum Ausdruck gebracht. Es sei das „Verantwortungsloseste und Egoistischste“, was Amerika seinen afghanischen Partnern habe antun können, sagte ein Mitglied des Verhandlungsteams der afghanischen Regierung bei den Friedensgesprächen in Doha, der namentlich nicht genannt werden wollte, am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass die USA als größter Truppensteller in Afghanistan ihre Soldaten ohne Bedingungen zum 11. September abziehen wollen.

Weiter sagte das Mitglied des Verhandlungsteams, der Abzug möge das Ende des Krieges für die USA sein, aber die afghanischen Partner würden den Preis dafür zahlen. Die USA hätten den Krieg mit etwas mehr Geduld auf verantwortungsvolle Weise beenden können, meinte er. Der Abzug der internationalen Truppen war die Hauptforderung der militant-islamistischen Taliban. Nun bleiben der afghanischen Regierung kaum mehr Druckmittel in den Verhandlungen mit den Extremisten.

Anzeige

Die langjährige Chefin der afghanischen Menschenrechtskommission, Simar Samar, nannte den bedingungslosen Abzug „unglücklich“. Der Abzug hätte an Konditionen geknüpft und auf verantwortungsvolle Weise geschehen sollen, sagte sie.

Eine offizielle Reaktion des Präsidentenpalasts stand Mittwochmittag (Ortszeit) noch aus. Zuvor hatte es von einem Präsidenten-Berater geheißen, man wolle sich erst äußern, wenn der afghanische Präsident Aschraf Ghani mit dem US-Präsidenten Joe Biden über den neuen Rückzugsplan gesprochen habe. Der Palast erklärte lediglich, am Vormittag habe der Präsident hochrangige Vertreter der Sicherheitskräfte getroffen, um über die Sicherheitslage informiert zu werden.

RND/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen