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Nach Angriffen des Iran: Bundeswehr prüft Teilrückzug aus Erbil

  • Im nordirakischen Kurdengebiet sind noch mehr als 100 deutsche Soldaten im Einsatz.
  • Nun prüft die Bundeswehr auch einen Teilabzug ihrer Soldaten aus Erbil.
  • Hintergrund sind die iranischen Vergeltungsangriffe auf das US-Militär im Irak.
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Berlin. Nach den iranischen Vergeltungsangriffen auf das US-Militär auch im Nordirak prüft die Bundesregierung einen Teilrückzug der dort stationierten Bundeswehrsoldaten. Das kündigte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) am Mittwoch im ARD-"Morgenmagazin" an. Aus dem Zentralirak hatte die Bundeswehr ihre Soldaten bereits am Montag ausgeflogen.

"Wir haben mit der internationalen Koalition sowieso vereinbart, dass alle Kräfte, die nicht benötigt werden, keinem unnötigen Risiko ausgesetzt werden", sagte sie. Deshalb seien die deutschen Soldaten aus dem Militärkomplex Tadschi abgezogen worden. Nun sei man in der Planung auch für "mögliche Teilrückverlegungen" von Soldaten in Erbil.

Mehr als 100 deutsche Soldaten im Einsatz

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Der Iran hatte als Vergeltung für die Tötung von General Ghassem Soleimani in der Nacht zum Mittwoch zwei von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak angegriffen, darunter eine Basis im Raum Erbil. In dem nordirakischen Kurdengebiet sind noch mehr als 100 deutsche Soldaten im Einsatz, die laut Verteidigungsministerium bei den Angriffen unverletzt blieben. Sie sind Teil der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS).

Bei dem möglichen Teilabzug aus Erbil gehe es um Kräfte, die sich im Moment als Ausbilder sowieso nicht an der Ausbildung beteiligen könnten, sagte Kramp-Karrenbauer. Das betreffe nicht nur die Bundeswehr, sondern auch die internationalen Partner. Mit denen stehe man in enger Abstimmung. Den irakischen Streitkräften zufolge schlugen bei den nächtlichen Angriffen fünf iranische Raketen in Erbil ein.

Die Bundesregierung verurteilte den iranischen Vergeltungsangriff scharf. "Ich kann nur sagen, sicherlich im Namen der Bundesregierung, dass wir diese Aggression auf das Schärfste zurückweisen", sagte Kramp-Karrenbauer. Jetzt müsse alles getan werden, um die Lage zu beruhigen.

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Kramp-Karrenbauer: alle Möglichkeiten nutzen

"Es wird jetzt entscheidend darauf ankommen, dass wir diese Spirale sich nicht weiter nach oben drehen lassen", betonte Kramp-Karrenbauer. Die Bundesregierung werde dazu alle Möglichkeiten auf allen Kanälen nutzen. "Es ist jetzt vor allem an den Iranern, keine zusätzliche Eskalation zu betreiben, deswegen geht der Appell insbesondere noch einmal nach Teheran."

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Der Iran hatte „Schwere Rache“ wegen der Tötung Ghassem Soleimanis geschworen – nun macht die islamische Republik ernst und greift US-Truppen mit Raketen an.  © dpa

Die Ministerin bestätigte, dass bei den iranischen Raketenangriffen auf US-Stützpunkte im Irak keine deutschen Soldaten verletzt wurden. Nach ihren Angaben stand die Bundesregierung während der ganzen Nacht im Kontakt mit dem US-Verteidigungsministerium. "Das hat sehr gut funktioniert", sagte sie. Am Mittwochmorgen seien die zuständigen Abgeordneten im Bundestag informiert worden.

Das Bundesverteidigungsministerium werde nun beantragen, dass die 13 Rahmennationen der internationalen Koalition schnellstmöglich zusammenkämen, um über die weitere Situation zu beraten.

RND/dpa