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Nach Angriff auf Synagoge: Jüdische Gemeinden fordern mehr Schutz

  • In Essen hat es erneut einen Angriff auf die jüdische Kultus-Gemeinde gegeben: Ein Mann hat einen Stein gegen die Fenster der Synagoge geworfen.
  • In den vergangenen Wochen sind eine Reihe von antisemitischen Angriffen in Deutschland bekanntgeworden.
  • Jüdische Gemeinden und der Zentralrat der Juden fordern als Konsequenz eine lückenlose Aufklärung und besseren Schutz.
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Essen, Düsseldorf. Nach einem Angriff auf die Jüdische Kultus-Gemeinde in Essen fordern Jüdische Gemeinden und der Zentralrat der Juden in Deutschland besseren Schutz. „Der Versuch, am helllichten Tag und vor laufender Sicherheitskamera ein Fenster der Gemeinde einzuschlagen, führt erneut vor Augen, dass Jüdinnen und Juden in Deutschland nicht sicher sind“, erklärte der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Nordrhein am Montag in Düsseldorf. „Wir erwarten eine lückenlose Aufklärung des Vorfalls sowie die Bestrafung des Angreifers“, sagte der Vorstandsvorsitzende Oded Horowitz.

An die nordrhein-westfälische Landesregierung appellierte der Landesverband der jüdischen Gemeinden, „endlich für die Sicherheit ihrer Bürgerinnen und Bürger jüdischen Glaubens zu sorgen, bevor es zu Schlimmerem kommt“.

Zentralrat der Juden fordert mehr Polizeischutz

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Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland mahnte mehr Polizeischutz an. „Der Angriff macht deutlich, wie dringlich Polizeipräsenz und guter baulicher Schutz an jüdischen Einrichtungen sind“, erklärte Zentralratspräsident Josef Schuster am Montag. „Wir dürfen uns an solche Anschläge als traurige Realität nicht gewöhnen.“ Die Sicherheitsbehörden müssten nun alles unternehmen, um den Attentäter zu fassen und weitere Anschläge zu verhindern. Keine zwei Monate nach dem Angriff auf einen jüdischen Studenten in Hamburg sei es erneut zu einem antisemitischen Anschlag auf eine Jüdische Gemeinde gekommen. Nur durch Glück sei an der Essener Synagoge niemand verletzt worden.

Am Freitagmittag hatte ein unbekannter Mann einen Stein gegen die Fenster der Synagoge in Essen geworfen und dabei zwei Fensterscheiben beschädigt, wie die Polizei Essen mitteilte. Der Staatschutz habe die Ermittlung aufgenommen. Ausgewertet würden unter anderem Videoaufzeichnungen der Sicherheitskamera.

Mehrere antisemitische Angriffe

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Wie die Servicestelle für Antidiskriminierungsarbeit, Beratung bei Rassismus und Antisemitismus (Sabra) und der Bundesverband der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus (Rias) erklärten, habe es sich bei dem Steingeschoss um eine mehrere Kilo schwere Steinplatte gehandelt. Diese sei an der schusssicheren Fensterscheibe abgeprallt und habe sie komplett zersplittert.

Bereits Tage zuvor sei ein Betonblock auf ein Fenster der Essener Kultus-Gemeinde geworfen worden, dabei sei jedoch nur ein geringer Sachschaden entstanden, hieß es. Die Angriffe auf die Kultus-Gemeinde reihten sich ein in eine Reihe von bekanntgewordenen antisemitischen Vorfällen in den vergangenen Wochen, die sich gegen Juden in ihrem Wohnumfeld richteten oder sich im Umfeld von jüdischen Einrichtungen zugetragen hätten.

RND/epd

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