Myanmar-Putsch: Aung San Suu Kyi erscheint vor Gericht

  • Im Februar wurde Myanmars faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi vom Militär abgesetzt und festgenommen.
  • Nun ist sie zum ersten Mal vor Gericht erschienen.
  • Über ihre Anwältin ließ sie mitteilen, dass ihre Partei dem Volk in Myanmar beistehen würde.
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Bangkok. Aung San Suu Kyi ist erstmals seit ihrer Absetzung als faktische Regierungschefin Myanmars vor Gericht erschienen. Sie habe ihr Anwaltsteam etwa 30 Minuten lang treffen können bevor die Anhörung am Montag begonnen habe, sagte Min Min Soe, eine Anwältin Suu Kyis.

Vor ihrem persönlichen Erscheinen vor dem Sondergericht in einem Verwaltungsgebäude in der Hauptstadt Naypyitaw war sie einmal per Video zugeschaltet gewesen. Das Militär hatte am 1. Februar gegen Suu Kyi und ihre Regierung geputscht.

Min Min Soe sagte, Suu Kyi wolle dem Volk von Myanmar sagen, dass ihre Partei Nationale Liga für Demokratie ihm beistehen werde. „Da die NLD für das Volk gegründet wurde, wird die NLD existieren so lange das Volk existiert“, sagte Suu Kyi laut ihrer Anwältin nach der Anhörung.

Bei Verurteilung wird Suu Kyi wohl nicht wieder bei Wahlen antreten können

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Bei der Anhörung ging es hauptsächlich um formale Angelegenheiten. Suu Kyi wird beschuldigt, während des Wahlkampfs im vergangenen Jahr gegen Corona-Restriktionen verstoßen zu haben, illegalerweise Funkgeräte importiert zu haben, die ihre Leibwächter nutzen sollten, und dass die Funkgeräte ohne Erlaubnis eingesetzt worden seien sowie Informationen verbreitet zu haben, die in der Bevölkerung Beunruhigung oder Unruhen hervorrufen könnten.

Ein weiterer Vorwurf wird vor einem separaten Gericht verhandelt. Falls Suu Kyi verurteilt wird, kann sie möglicherweise nicht bei der Wahl antreten, deren Abhaltung die Militärjunta innerhalb von ein oder zwei Jahren versprochen hat.

RND/AP

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