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Militär in Myanmar geht immer brutaler vor - Mindestens 38 Tote bei Protesten

  • Die Lage in Myanmar spitzt sich immer weiter zu.
  • Um die Proteste einzudämmen, setzen Polizei und Militär zunehmend auf Gewalt.
  • Am Mittwoch wurden so viele Menschen getötet wie zuvor in vier Wochen.
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Yangon. Die seit einem Putsch regierende Militärjunta in Myanmar schlägt die Proteste im Land mit immer größerer Brutalität nieder. Am Mittwoch seien 38 Menschen getötet worden und damit so viele wie noch innerhalb eines Tage seit Beginn der Demonstrationen Anfang Februar, sagte die UN-Sondergesandte Christine Schraner Burgener. Die Zahl der Toten könnte aber weiter steigen, weil viele Menschen teils schwer verletzt wurden.

Seit dem Putsch gegen die gewählte Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi am 1. Februar strömen in zahlreichen Städten des Landes täglich Menschen auf die Straße. Polizei und Militär gingen mit Tränengas und Gummigeschossen gegen sie vor und glaubwürdigen Berichten zufolge zuletzt auch mit scharfer Munition. Erst am Sonntag waren 18 Tote gezählt worden.

Brutales Vorgehen gegen Demonstranten

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Videos vom Mittwoch zeigten, wie Sicherheitskräfte mit Steinschleudern auf Demonstranten schossen, ihnen hinterher hetzten und brutal auf eine Krankenwagenbesatzung einschlugen. In Mandalay gingen Polizisten und Soldaten mit Tränengas gegen annähernd 1000 Lehrkräfte und Schüler vor.

Am Freitag wird der Weltsicherheitsrat hinter verschlossenen Türen über die Lage in Myanmar beraten, wie aus Diplomatenkreisen verlautete. Das Vereinigte Königreich habe die Sitzung beantragt. Am Dienstag rief die Spitze des Verbands der südostasiatischen Nationen (Asean) zum Ende der Gewalt auf.

Indes klagten die myanmarischen Behörden den AP-Journalisten Thein Zaw und fünf weitere Medienmacher an. Ihnen werde zur Last gelegt, gegen ein Gesetz zur öffentlichen Ordnung verstoßen zu haben. Sie könnten im Falle einer Verurteilung mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden, sagte ein Anwalt. Die sechs waren verhaftet worden, als sie über Proteste gegen den Militärputsch und die Absetzung von Suu Kyi berichteten.

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Protestanten gehen trotzdem auf die Straßen

Nach dem bisher blutigsten Tag der Proteste gingen am Donnerstag trotzdem erneut zahlreiche Menschen in vielen Landesteilen gegen die Militärjunta auf die Straßen. Derweil trauern die Menschen im Land um die Toten.

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„Trotz all dieses brutalen Schießens und der Tötungen werden wir weitermachen ohne auch nur einen Tag Pause zu machen. Wir sehen uns morgen!“, schrieb Maung Saungkha, einer der Anführer der Proteste, auf Facebook. Im ganzen Land gedachten Menschen der Opfer mit Blumen, wie auf Videos und Bildern in sozialen Netzwerken zu sehen war.

Schwarze Profilbilder auf Facebook

„Wir müssen für Gerechtigkeit kämpfen und auch für die Seelen, die wir wegen dieser terroristischen Armee verloren haben“, sagte die 45-jährige Wai Wai der Deutschen Presse-Agentur am Telefon. Sie nahm in der nördlichen Stadt Mandalay an der Beerdigung einer 19-Jährigen teil, die zuvor durch einen Kopfschuss getötet worden war.

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Die Deutsche Botschaft in Rangun und mehrere weitere westliche Botschaften haben als Zeichen der Trauer auf Facebook schwarze Profilbilder gepostet. Die US-Botschaft schrieb darunter: „Es ist uns unerträglich, den Verlust so vieler Menschenleben in Myanmar zu sehen. (...) Das Zielen auf Zivilisten ist abscheulich.“

RND/AP/dpa

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