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Militärjunta in Myanmar will Schulen wieder öffnen – Lehrer und Studenten weigern sich

  • Seit mehr als drei Monaten gibt es Proteste und Streiks in Myanmar gegen den Putsch des Militärs.
  • Viel länger allerdings sind Schulen und Universitäten bereits geschlossen.
  • Die Junta will sie wieder öffnen, beißt jedoch auf Granit.
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Yangon. Die Militärjunta in Myanmar drängt nach dem Putsch auf die Wiedereröffnung der Schulen und Universitäten – jedoch weigern sich die meisten Lehrer und Studenten, in die Klassenräume zurückzukehren.

„Wir haben versucht, die Schulen zu öffnen, aber es gibt Leute, die das Vorhaben verhindern wollen. Das ist sehr schlecht“, sagte Kaung Htet San, ein Sprecher der Militärführung, am Freitag vor Journalisten. Der Widerstand gegen die Armeeführung dürfe nicht auf Kosten der Bildung von Kindern und Jugendlichen gehen.

Wegen der Corona-Pandemie waren die Schulen vor einem Jahr geschlossen worden. Drei Monate nach dem Umsturz wollen die Generäle nun eine Wiedereröffnung einleiten - bislang ohne Erfolg: Nach Angaben des Lehrerverbands haben sich etwa 70 Prozent der Lehrkräfte der „Bewegung des zivilen Ungehorsams“ (CDM) angeschlossen, die für eine Rückkehr zu demokratischen Reformen kämpft. Auch die meisten Schüler weigern sich, in den Unterricht zurückzukehren.

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Landesweit Tausende auf der Straße

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Ein Student des „National Management Degree College“ in der größten Stadt Yangon sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Sie können das College wieder aufmachen, aber wir haben die Wahl, nicht hinzugehen.“

Auch am Freitag gingen landesweit Tausende gegen die Junta auf die Straße. Das Militär hatte am 1. Februar geputscht und die faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi entmachtet. Seither versinkt das Land in Chaos und Gewalt.

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Die Armee versucht, jeden Widerstand brutal zu unterdrücken. Nach Schätzungen der Gefangenenhilfsorganisation AAPP sind seit dem Umsturz mindestens 772 Menschen getötet worden, mehr als 4800 wurden inhaftiert.

UN-Sonderberichterstatter fordert Waffenembargo gegen Myanmar

Der UN-Sonderberichterstatter Tom Andrews forderte unterdessen ein internationales Waffenembargo gegen die Militärjunta in Myanmar. Die Welt müsse denjenigen, die unschuldige Kinder, Frauen und Männer töteten, die Waffen verweigern, sagte er am Freitag in Genf. Ein Embargo sei eine Frage von Leben und Tod.

Der UN-Sonderberichterstatter für Menschenrechte in Myanmar begrüßte den Appell von 200 zivilgesellschaftlichen Organisationen, darunter Amnesty International und Human Rights Watch, an den UN-Sicherheitsrat, dringend ein umfassendes globales Waffenembargo gegen die Militärdiktatur zu verhängen.

Andrews rief die Länder auf, als ersten Schritt bilaterale Waffenembargos gegen Myanmar zu beschließen. Diese sollten auch Überwachungsapparaturen beinhalten. Der Sonderberichterstatter will im Juni eine aktualisierte Liste mit Ländern veröffentlichen, die bereits ein bilaterales Embargo verhängt haben. Im UN-Sicherheitsrat verhindert China ein global gültiges Exportverbot von Kriegsmaterial nach Myanmar.

RND/dpa

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