Myanmar: Ethnische Minderheiten schließen sich Protesten an

  • Der Widerstand gegen die Machtübernahme der Militärs hat in Myanmar nahezu alle gesellschaftlichen Gruppierungen erfasst.
  • Nun haben sich auch Mitglieder vieler ethnischer Minderheiten den Protesten angeschlossen.
  • Derweil wurden weitere Politiker festgenommen.
Anzeige
Anzeige

Rangun. Mitglieder vieler ethnischer Minderheiten in Myanmar haben sich der Protestbewegung gegen den Militärputsch angeschlossen. Bei Demonstrationen am Donnerstag gingen sie hinter Fahnen ihrer Gruppen bei großen Demonstrationen mit Zehntausenden Teilnehmern in Rangun, Mandalay, der Hauptstadt Naypyitaw und anderen Städten mit.

Der Widerstand gegen die Machtübernahme der Militärs hat in Myanmar nahezu alle gesellschaftlichen Gruppierungen erfasst, von Fabrikarbeitern, Beschäftigten des öffentlichen Dienstes über Studierende und Lehrende, medizinisches Personal bis buddhistischen Mönchen und katholischen Geistlichen.

Video
Trotz Ausgangssperren: Proteste in Myanmar gehen weiter
1:00 min
Eine Woche nach dem Militärputsch in Myanmar wächst die Sorge vor einer Eskalation.  © Reuters
Anzeige

Sie fordern die Wiedereinsetzung der demokratisch legitimierten Regierung und die Freilassung festgenommener Politiker einschließlich De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi. Nach Angaben der unabhängigen Beistandsorganisation für Politische Gefangene sind rund 200 Politiker und Aktivisten festgenommen worden.

Das Militär nahm am späten Mittwochabend weitere Mitglieder der entmachteten Regierung fest. Mindestens sechs hochrangige Politiker, darunter ein enger Berater der 75-Jährigen, seien festgesetzt worden, berichtete die Zeitung „The Irrawaddy“ am Donnerstag. Mitglieder von Suu Kyis Partei Nationale Liga für Demokratie (NLD) hätten zuvor offen ihre Unterstützung für die landesweiten Proteste gegen den Putsch gezeigt.

Anzeige

International ist der Putsch vom 1. Februar auf große Ablehnung gestoßen. Die USA erließen Sanktionen gegen myanmarische Militärs. „Das Militär muss die Macht aufgeben, die sie ergriffen hat, und Respekt für den Willen des Volkes von Burma (Myanmar) zeigen“, sagte US-Präsident Joe Biden.

USA verhängen Sanktionen

Anzeige

Betroffen sind zehn führende Militärangehörige und drei mit den Streitkräften verbundene Unternehmen mit Sanktionen belegt. Darunter sind der Anführer der Putschisten, Min Aung Hlaing, sein Stellvertreter Soe Win sowie der neue Verteidigungsminister Mya Tun Oo, wie das Finanzministerium in Washington am Donnerstag erklärte. Wegen Verbindungen zur Militärführung werden zudem drei Bergbau- und Juwelenunternehmen mit Sanktionen belegt. US-Präsident Joe Biden hatte das Verhängen der Sanktionen am Mittwoch angekündigt.

Finanzministerin Janet Yellen warnte, die USA seien bereit, weitere Sanktionen zu verhängen, falls die Generäle im früheren Birma nicht einlenken sollten. “Falls es mehr Gewalt gegen friedliche Demonstranten geben sollte, wird das birmanische Militär feststellen, dass die heutigen Sanktionen nur der Anfang sind”, erklärte Yellen. Die US-Regierung führt nun Exportkontrollen ein und friert Hilfsgelder ein, die der Regierung helfen könnten. Unterstützung in Höhe von 42 Millionen US-Dollar (rund 35 Millionen Euro) würden umgewidmet, andere Mittel in Höhe von 69 Millionen Dollar zur Unterstützung der Menschen im Land würden weiterhin gewährt, hieß es.

Jeglicher Besitz in USA eingefroren

“In einer Demokratie sollte Gewalt nie über den Willen der Menschen triumphieren oder das Ergebnis einer glaubwürdigen Wahl auslöschen”, erklärte das Weiße Haus. Aufgrund der Sanktionen wird jeglicher Besitz der betroffenen Personen und Firmen in den USA eingefroren. Für US-Unternehmen und Individuen ist es zudem verboten, Geschäfte mit ihnen zu machen. Auch falls die sanktionierten Personen gar keinen Besitz in den USA haben, werden für sie dadurch jegliche internationalen Geschäfte deutlich schwieriger, unter anderem weil westliche Banken nun vor Geschäften zurückschrecken dürften.

Die Anführer des Putsches, Min Aung Hlaing und Soe Win, waren von den USA bereits Ende 2019 wegen angeblicher Menschenrechtsverletzungen mit ersten Sanktionen belegt worden.

RND/AP/dpa

  • Laden Sie jetzt die RND-App herunter, aktivieren Sie Updates und wir benachrichtigen Sie laufend bei neuen Entwicklungen.

    Hier herunterladen