Myanmar: Erneut Gewalt gegen Demonstranten - US-Sanktionen

  • Proteste gegen das Militärregime in Myanmar sind erneut gewaltsam niedergeschlagen worden.
  • Das Militär setzte Tränengas und Gummigeschosse ein.
  • Am Mittwoch kamen 38 Demonstranten bei Protesten ums Leben.
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Rangun. Die Sicherheitskräfte in Myanmar haben am Freitag erneut zahlreiche Proteste gegen den Militärputsch mit Gewalt niedergeschlagen. Unter anderem setzten sie dabei wieder Tränengas und Gummigeschosse ein, wie lokale Medien und Augenzeugen in verschiedenen Landesteilen berichteten.

In der nördlichen Stadt Mandalay soll mindestens ein Mann getötet worden sein. Ein örtlicher Journalist bestätigte der Nachrichtenagentur dpa, dass das Opfer von einem Geschoss im Nacken getroffen wurde.

Besonders viele Demonstrationen gab es erneut in der größten Stadt Rangun im Süden des früheren Birma. Demonstranten bauten dort teilweise Barrikaden auf, um die Polizei fernzuhalten. Jedoch habe dies nichts geholfen. „Wir haben alles getan, was wir konnten, um sie fernzuhalten“, sagte der 27-jährige Lwin Ko Aung aus dem Stadtteil Sanchaung. Dennoch seien viele Teilnehmer festgenommen worden. „Sie haben unsere Protestaktion zerschlagen und wir mussten wegrennen. Aber wir werden bald wieder da sein“, erklärte die 34-jährige Myo Myo.

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38 Menschen getötet

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Die USA haben weitere Handelssanktionen gegen die Militärführung verhängt. Betroffen seien zwei für den Putsch verantwortliche Ministerien sowie zwei mit den Streitkräften verbundene Firmen, teilte das US-Handelsministerium am Donnerstag mit.

Man werde nicht zulassen, dass das Militär „weiterhin vom Zugang zu Gütern profitiert, die den Exportvorschriften unterliegen“, hieß es in der Mitteilung. Die US-Regierung verurteile die Gewalt gegen friedliche Demonstranten scharf und prüfe weitere Maßnahmen.

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Am Mittwoch hatten Einsatzkräfte nach UN-Angaben mindestens 38 Menschen getötet. Es war der bisher blutigste Tag der Proteste seit dem Putsch von Anfang Februar. Das brutale Vorgehen hatte weltweit Entsetzen ausgelöst. In New York wollte sich am Freitag erneut der UN-Sicherheitsrat mit der Lage befassen.

Die Militärjunta hatte nach dem Putsch einen einjährigen Ausnahmezustand verhängt. Die Demonstranten fordern die Rückkehr zu demokratischen Reformen, die Freilassung der unter Hausarrest gestellten Regierungschefin Aung San Suu Kyi und die Wiedereinsetzung ihrer zivilen Regierung. Die 75-Jährige hatte die Parlamentswahl im November klar gewonnen.

RND/dpa

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