Myanmar: Angeschossene Demonstrantin erliegt Verletzungen

  • Bei den Demonstrationen gegen den Militärputsch in Myanmar war einer 19-Jährigen in den Kopf geschossen worden.
  • Ein Sprecher der Militärregierung hatte nicht abgestritten, dass sie von Sicherheitskräften angeschossen wurde.
  • Nun ist die junge Frau ihren Verletzungen erlegen.
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Rangun. Erstmals seit dem Militärputsch und den anschließenden Protesten ist in Myanmar ein Todesopfer als Folge der Gewalt bestätigt worden. Eine in der vergangenen Woche bei einem Protest in Naypyidaw angeschossene Frau sei ihren Verletzungen erlegen, teilte deren Bruder am Freitag mit.

Die Polizei hatte Mya Thwet Thwet Khine während der Demonstration am 9. Februar in den Kopf geschossen, seither war sie an lebenserhaltenden Maschinen angeschlossen. Ärztinnen und Ärzte gingen nicht von einer möglichen Genesung aus.

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Myanmar: Proteste gegen Putsch und Entführungen halten an
1:38 min
In verschiedenen Städten des Landes protestierten am Samstag Tausende Menschen - den achten Tag in Folge.  © Reuters
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Videoaufnahmen halten fest, wie die junge Frau sich vor Wasserwerfen schützt und dann plötzlich auf den Boden fällt, nachdem eine Kugel den Motorradhelm trifft, den sie trägt. Dass die 19-Jährige von Sicherheitskräften angeschossen wurde, stritt ein Sprecher der Militärregierung in dieser Woche nicht ab.

In dem Fall seien Ermittlungen eingeleitet worden - sie habe einer Menschenmenge angehört, die Steine auf Polizisten geworfen habe. Unabhängige Berichte über eine Beteiligung der Frau an Gewalt gibt es nicht.

Auch am Freitag wieder Proteste in Myanmar

Unter Protestierenden wird Mya Thwet Thwet Khine als Heldin gefeiert. Die Nachricht über ihren Tod dürfte die Demonstrationen gegen die Junta weiter antreiben. Am Freitag waren in Rangun und anderen Städten erneut Protestierende auf den Straßen.

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Der Bruder der Toten, Ye Htut Aung, sprach von einer Leichenhalle aus mit der Nachrichtenagentur AP. Sie sei am Vormittag (Ortszeit) gestorben. Eine anonyme Quelle aus dem Allgemeinkrankenhaus in Naypyidaw bestätigte den Tod der Frau.

Seit der Machtübernahme des Militärs in Myanmar am 1. Februar kommt es regelmäßig zu Protesten der Bevölkerung. Zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten ist es zu Ausschreitungen gekommen; die Einsatzkräfte greifen teils hart gegen die Protestierenden durch.

Die britische und die US-Regierung haben neue Sanktionen gegen das Land verhängt. Andere Länder und die Vereinten Nationen haben die Freilassung der abgesetzten De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi gefordert und die Wiedereinsetzung ihrer Regierung.

RND/AP

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