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Müntefering: Längere Quarantäne für Ältere mögliches Szenario

  • Wann gibt es die ersten Lockerungen der Freiheitsbeschränkungen in der Corona-Krise?
  • Diskutiert wird vor allem darüber, ob Ältere und chronisch Kranke länger in Quarantäne bleiben sollten
  • Ex-SPD-Chef Müntefering hält dieses Szenario für möglich.
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Hannover, Berlin. Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, Franz Müntefering, hält es für möglich, dass ältere Menschen oder chronisch Kranke zur Eindämmung des Coronavirus länger in Quarantäne gehalten werden als andere Gruppen der Gesellschaft. Gefragt seien “differenzierte Lösungen”, sagte er. Weltärztepräsident Frank Ulrich Montgomery sprach von einer “Umkehrung des Quarantäne-Gedankens”. “Es werden gerade Konzepte entwickelt, bei denen diejenigen, die potenziell ansteckend sind, sich frei bewegen können. Menschen, die besonders durch Ansteckung gefährdet sind, würden unter Quarantäne gestellt werden”, sagte er.

Montgomery sagte der "Passauer Neuen Presse" (Freitag), selbst wenn Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) überlege, wie ab Ostern Teile der Kontaktsperren aufgehoben werden können, werde dies nicht gleich vollständig geschehen: "Wir müssen sehr aufpassen, dass es keinen Rückschlag gibt und die Infektionszahlen wieder in die Höhe schnellen, weil sich alle Menschen wieder treffen", warnte der Mediziner. Bisher habe keiner eine Patentlösung.

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Dilemma: Menschenleben gegen wirtschaftliche Interessen

Aus seiner Sicht läuft die Debatte um die Dauer der Kontaktsperren darauf hinaus, den Schutz von Menschenleben gegen wirtschaftliche Interessen abzuwägen. "Wir müssen uns zwischen der hohen Priorität der Rettung von Menschenleben und der Rettung unserer Wirtschaft entscheiden. Das wird noch zu Diskussionen führen", sagte Montgomery.

Müntefering sagte dem "RedaktionsNetzwerk Deutschland" (Freitag): "Wir haben es bisher in Deutschland geschafft, in einer extremen Ausnahmesituation mit vernünftiger und konsequenter Vorgehensweise vermeidbare Schäden zu vermeiden." Die Folgen der Epidemie für Betroffene seien gleichwohl hart bis zur persönlichen Katastrophe.

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Entwarnung wäre das falsche Zeichen, sagte Müntefering. "Wir müssen als Land den auf Zeit eingefahrenen Weg weitergehen, bis die Maßnahmen greifen." Der ehemalige Bundesarbeitsminister und Vizekanzler der SPD fügte hinzu: "Es kann zu einem späteren Zeitpunkt durchaus berechtigt sein, dass die Öffnung der Gesellschaft mit unterschiedlichem Tempo geschieht, zum einen, um Wirtschaft und Bildungswesen schnell wieder in Gang zu setzen und die wirtschaftlichen Folgen der Krise zu minimieren, aber auch um den Schutz verletzlicher Gruppen bestmöglich zu gewährleisten."

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RND/epd

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