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Munitionsskandal in Sachsen: LKA kündigt umfassende Überprüfungen an

  • In Sachsen haben Mitglieder einer Sondereinheit des Landeskriminalamts 2018 7000 Schuss Munition entwendet.
  • Das LKA verspricht jetzt gründliche Überprüfungen und eine bessere Kontrolle.
  • Gleichzeitig prüft die Generalstaatsanwaltschaft mögliche Kontakte zur rechtsextremen Szene.
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Dresden. Nach dem Munitionsskandal beim Landeskriminalamt (LKA) Sachsen hat die Führung der Behörde eine tief gehende Überprüfung und ein anderes Kontrollsystem angekündigt. Es soll geklärt werden, in welchem Umfang in den vergangenen Jahren Munition für Schießübungen aus der Waffenkammer entnommen wurde und ob die Trainings auch wirklich stattfanden, sagte LKA-Chef Petric Kleine am Donnerstag nach einer Sondersitzung des Innenausschusses im Landtag.

Am Dienstag war bekannt geworden, dass eine Sondereinheit des LKA 2018 ohne Erlaubnis an einem Schießtraining auf einem privaten Schießplatz in Güstrow teilgenommen hatte und dafür mit mindestens 7000 Schuss Munition aus den Beständen des LKA in Sachsen bezahlte. Der Verbleib der Munition ist unklar. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt auch, ob es Kontakte der betroffenen 17 Beamten zur rechtsextremen Szene gibt.

„Ich schäme mich für das, was Beamte meines Amtes getan haben“, sagte Kleine. Durch den Vorfall habe das Ansehen der sächsischen Polizei nachhaltig gelitten.

Fraktionen beklagen Vertrauensverlust

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Mehrere Landtagsfraktionen beklagten nach der Sitzung des Innenausschusses einen Vertrauensverlust. Parteienvertreter forderten, die Vorwürfe lückenlos aufzuklären.

„Es steht der Verdacht im Raum, dass eine ganze Spezialeinheit des Landeskriminalamts außer Kontrolle geraten ist“, erklärte die Abgeordnete Kerstin Köditz (Linke). Bei den weiteren Ermittlungen müsse „unbedingt verhindert werden, dass Informationen zurückgehalten, Dinge verschleppt oder wichtige Tatsachen übersehen werden“.

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Valentin Lippmann (Grüne) betonte, es müssten sämtliche Verbindungen der betroffenen Beamten „zu rechtsextremen Gruppierungen wie etwa ‚Nordkreuz‘ sowie die Existenz rechter Netzwerke in den Sicherheitsbehörden überprüft werden“. Landesinnenminister Roland Wöller (CDU) müsse erklären, was er gegen diese weitere „Erosion des Vertrauens in die sächsische Polizei“ tun wolle.

Albrecht Pallas (SPD) sagte, der Skandal habe „strukturelle Probleme bei der Polizei offengelegt“. Er könne verstehen, dass Bürger „den Eindruck haben, dass bei der sächsischen Polizei und ihrer Führung etwas im Argen liegt“. Die CDU-Fraktion erklärte, sie sei wie Wöller „geschockt über den Vertrauensbruch und die hohe kriminelle Energie der beschuldigten Beamten“.

RND/dpa

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