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  • Mord in Dresden: Generalbundesanwalt erhebt Anklage – dschihadistische und homophobe Motive

Messerangriff in Dresden auf homosexuelles Paar: Generalbundesanwalt erhebt Anklage

  • Der 21-jährige Dschihadist Abdullah H. soll im Oktober 2020 in der Dresdner Altstadt ein Touristenpaar aus dem Rheinland mit Messern angegriffen haben.
  • Ein 55-Jähriger starb, sein 53-jähriger Partner überlebte schwer verletzt.
  • Für die Ankläger handelt es sich auch um einen schwulenfeindlichen Mord.
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Berlin. Der Generalbundesanwalt hat nach RND-Informationen Anklage gegen den 21-Jährigen Abdullah H. erhoben. Der Syrer soll im Oktober 2020 zwei Touristen aus dem Rheinland in der Dresdner Altstadt mit Messern angegriffen haben. Ein 55-Jähriger starb, sein 53-jähriger Lebenspartner wurde schwer verletzt.

Die Anklage lautet auf Mord, versuchten Mord und gefährliche Körperverletzung. H. soll aus dschihadistischen und homophoben Motiven gehandelt haben. Die beiden Männer seien für ihn als Homosexuelle erkennbar gewesen. Sie sollen sich kurz vor der Tat auf der Straße umarmt haben.

Für Abdullah H. reichte das anscheinend aus, um von hinten anzugreifen und einen der Männer zu erstechen. Erstmals stellen die Ermittler jetzt die schwulenfeindliche Motivation der Tat klar heraus.

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Wäre der tödliche Angriff zu verhindern gewesen?

Der Täter kam im Sommer 2015 nach Deutschland, er stellte im Mai 2016 einen Asylantrag und wurde als Flüchtling anerkannt. Schon bald fiel Abdullah H. durch diverse Straftaten auf. Bereits im August 2017 wurde der Syrer als islamistischer Gefährder von sächsischen Sicherheitsbehörden eingestuft und war seither auch Thema beim Gemeinsamen Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) auf Bundesebene.

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Dresden: Behörden verteidigen Vorgehen nach tödlicher Messerattacke
2:00 min
Der mutmaßliche Täter wurde vom sächsischen Landeskriminalamt als islamistischer Gefährder geführt.  © Reuters

Im November 2018 verurteilte das Oberlandesgericht Dresden ihn wegen Unterstützung einer terroristischen Vereinigung zu zwei Jahren und neun Monaten Haft. Abdullah H. gilt als Anhänger der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) und wurde nach Aussage der sächsischen Sicherheitsbehörden vermutlich in Dresden radikalisiert.

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2019 erfolgte eine weitere Verurteilung, weil er im Gefängnis zwei Justizbeamte verletzt hatte. Am 29. September 2020 kam der heute 21-Jährige auf freien Fuß – nur fünf Tage später attackierte er die beiden Touristen.

Eine im November 2019 erlassene Ausweisung konnte nicht vollzogen werden, da nach Syrien derzeit ein Abschiebestopp besteht.

Die Tatwaffen stammen aus dem Kaufhaus

Nach seiner Entlassung durfte Abdullah H. keine Hieb-, Stich- und Schusswaffen besitzen – was ihn allerdings nicht daran hinderte, sich am Tag der Tat in einem Dresdner Kaufhaus zwei Küchenmesser zu besorgen, wie Videokameras der eingesetzten Kripo-Sonderkommission gezeigt haben.

Wenige Stunden zuvor hatte H. seine Meldeauflage erfüllt und war im zuständigen Dresdner Polizeirevier gewesen. Danach konnte er unbehelligt durch die Innenstadt spazieren.

Abdullah H. wurde nach seiner Entlassung vom sächsischen Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) observiert – auch am Tattag. Eine durchgehende, direkte Observation, wie sie zumindest dem LfV möglich gewesen wäre, hätte vermutlich schon den Messerkauf unterbinden können. Zumal der Geheimdienst bei der Tat in der Nähe gewesen sein soll, wie es aus Ermittlerkreisen verlautet. LfV-Präsident Dirk-Martin Christian sagte nach der Tat der „Leipziger Volkszeitung“: „Wir hätten diese Tat nicht verhindern können. Eine nachrichtendienstliche Observation ist nicht auf Gefahrenabwehr ausgelegt.“

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