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Bartsch: Moderna-Deal neuer Beleg für Versagen von EU und Bund

  • Die Kritik am Impfstoffkonzept der Europäischen Kommission und der Bundesregierung reißt nicht ab.
  • Linken-Fraktionschef Bartsch fragt, warum Deutschland auch vom US-Hersteller Moderna so wenig Impfstoff bekommt.
  • Er fordert die Regierung auf, rasch zu handeln.
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Berlin. Linken-Fraktionschef Dietmar Bartsch hat die Bundesregierung aufgefordert, für die Bereitstellung von mehr Impfstoffdosen in den nächsten drei Monaten zu sorgen. „Impfen ist ein Wettlauf gegen die Zeit, nicht zuletzt wegen der Mutationsgefahren”, sagte Bartsch dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Die Bundesregierung muss dringend das Ruder rumreißen. Wir brauchen viel mehr Impfstoff im ersten Quartal”, fügte er hinzu.

Keine Entspannung durch Moderna-Impfstoffzulassung

Auch die Zulassung des Impfstoffs des US-Pharmaherstellers Moderna entspanne die Lage in den kommenden Wochen nicht, so der Linken-Politiker. So erhalte Deutschland nur zwei Millionen Impfdosen von Moderna im ersten Quartal. „Das ist sehr wenig”, beklagte Bartsch.

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Die EU habe zunächst nur 80 Millionen Dosen bestellt, obwohl nach Angaben des Unternehmens 300 Millionen Dosen möglich gewesen wären. „Das ist ein Vorgang, den die Bundesregierung im Bundestag aufklären muss”, verlangte Bartsch und kritisierte: „Moderna ist nach Biontech der zweite Beleg für das Beschaffungsversagen der EU und der Bundesregierung.”

Zwar sei die gemeinsame europäische Beschaffung der richtige Weg gewesen, aber das „Wie” sei grandios gescheitert. Jetzt sei hektisch nachbestellt worden. „Aber wer später bestellt, ist später dran. Deutschland wird aus dem Impfloch im ersten Quartal so nicht herauskommen”, prophezeite der Linken-Politiker.

Ausgelastete Produktionskapazitäten auch bei Moderna

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Der Impfstoff von Moderna war am Mittwoch in der EU zugelassen worden. Damit steht nun nach dem Vakzin von Biontech/Pfizer ein zweiter Impfstoff in Europa zur Verfügung. Von beiden Herstellern hat sich Deutschland zusammen fast 140 Millionen Dosen gesichert.

Damit könnten theoretisch 70 Millionen Menschen geimpft werden, was zum Erreichen der Herdenimmunität ausreichen würde. Auch bei Moderna sind die Produktionskapazitäten aber so stark ausgelastet, dass die bestellten Impfdosen nur langsam ausgeliefert werden können.

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Die SPD bekräftigte am Donnerstag ihre Kritik am Beschaffungsmanagement von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Er sei zu zögerlich vorgegangen, sagte SPD-Bundesvize Kevin Kühnert: „Es ist doch so: Wenn ich die Nadel im Heuhaufen noch nicht finden kann, sie aber dringend brauche, dann kaufe ich doch erst mal zur Sicherheit den Heuhaufen, und zwar komplett.” Er bezog sich dabei darauf, dass lange nicht klar war, welche Impfstoffentwicklungen erfolgreich sein würden.

Spahn wies die Kritik erneut zurück. Im ZDF bekräftigte er: „Es ist am Anfang jetzt knapp. Das war klar, und das ist auch so.” Auch der Moderna-Impfstoff werde in den ersten Wochen knapp sein, sagte Spahn. Aber er versicherte: „Ab dem zweiten Quartal wird es Zug um Zug besser.”

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