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„Ocean Viking“ rettet rund 120 Bootsmigranten im Mittelmeer aus Seenot

  • Etwa 120 Bootsmigranten sind im Mittelmeer vor Libyen aus Seenot gerettet worden.
  • Die Crew des Hilfsschiffs „Ocean Viking“ hatte ein „gefährlich überbesetztes Schlauchboot“ gesichtet und die Personen an Bord genommen.
  • Erst vor knapp zehn Tagen war die „Ocean Viking“ nach fünfmonatiger Blockade wieder in See gestochen.
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Rom. Das Hilfsschiff „Ocean Viking“ hat rund 120 Bootsmigranten im Mittelmeer vor Libyen aus Seenot gerettet. Das teilte die Betreiberorganisation SOS Mediterranee am Donnerstag mit. Die Menschen, darunter vier kleine Kinder, seien in einem „gefährlich überbesetzten Schlauchboot“ gesichtet und an Bord genommen worden. Anfang dieser Woche waren nach UN-Angaben beim Untergang eines anderen Bootes vor der Küste des afrikanischen Landes mindestens 43 Geflüchtete ertrunken.

Die „Ocean Viking“ war vom französischen Hafen Marseille vor rund zehn Tagen ins zentrale Mittelmeer ausgelaufen. Zuvor hatten italienische Behörden das Schiff monatelang festgehalten. Sie gaben es erst Ende 2020 wieder frei. Italien möchte illegale Einwanderer möglichst fernhalten und abschrecken. Die private Seenotrettung ist umstritten.

Bürgerkrieg in Libyen seit fast zehn Jahren

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In Libyen herrscht seit fast zehn Jahren Bürgerkrieg. In dem Chaos hat sich das Land zu einem der wichtigsten Transitgebiete für Flüchtlinge auf dem Weg nach Europa entwickelt. Wie viele Menschen die Überfahrt nicht überleben oder von der libyschen Küstenwache zurück gebracht werden, kann nicht sicher beziffert werden.

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Auf der „Ocean Viking“ fährt aus Deutschland auch die Krankenschwester Christine Schmitz, Leiterin des medizinischen Teams an Bord, mit. „Immer wieder versuche ich mir auszumalen, wie sich die Menschen fühlen müssen, auf nicht seetauglichen Booten, zusammengepfercht, sowieso schon traumatisiert von allem, was ihnen im Heimatland, auf der Flucht und inmitten der Instabilität Libyens geschehen ist“, beschrieb sie ihre Sicht.

RND/dpa

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